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Calcium Carbonicum Hahnemanni Calcium Carbonicum ist eines unserer größten
Polychreste. Calcium-Menschen sind jedoch nicht nur die so oft
beschriebenen Dummen, Doofen und Dicken. Der Stoff Calcium ist die
Grundlage dafür, daß die Meeresbewohner überhaupt an Land gehen
konnten, und so sind auch Calcium-Menschen oft die Grundlage von
Gesellschaftssystemen. Kein Volk könnte lange existieren, wenn sich
niemand um die Kinder kümmern würde, oder wenn die Bauern nicht die
Nahrung anpflanzen würden. Engel des Lichts (hier war noch Phosphor ist gemeint) Der chemische Stoff Calcium Das Arzneimittel Calcium Carbonicum Hahnemanni besteht nicht aus chemisch reinem Calcium, da es aus den inneren, schneeweißen und zerbrochenen Teilen der Austernschale gewonnen wird. Da Calcium jedoch der wirksamste Bestandteil ist, ist es interessant, sich die Bedeutung des Calciums auf der Erde und insbesondere im menschlichen Organismus anzusehen. Bevor wir uns diesem Teil widmen, möchte ich ein paar einleitende Gedanken darauf verwenden, wie das Calcium in unsere Organismen hineingekommen ist. Vor vielen Millionen von Jahren zerstörten die Kräfte der Erosion die Sedimentgesteine, in denen Calcium überwiegend in Form von Calciumcarbonat (CaCo3) vorhanden war. Dieser gelöste Kalk wurde ins Meer geschwemmt, wo er sich in Bänken oder Platten absetzte und bei seiner Versteinerung vieles mit einschloß, was in diesem Moment im Meer lebte. Eine besonders wichtige Folge jedoch war,daß sich die Weichtiere mit Hilfe des Kalkes auf den Weg machen konnten, das Land zu erobern. Sie bauten sich ein Knochengerüst auf, welches ihnen innere Festigkeit und Struktur verlieh, und/oder sie lagerten es als Panzer und Schutz um sich herum an (z.B. die Austernschale). Ohne diese Festigkeit und diesen Schutz wären die weichen Lebewesen in der Brandung getötet und zerschlagen worden oder bei Sonne und Wind ausgetrocknet. Das Calcium schützte sie durch seine Fähigkeiten; das Leben auf dem Land konnte beginnen.
Calcium steht im Periodensystem in der 4.Periode zwischen Magnesium und Strontium. Magnesium ist sehr "lebendig", z.B. beim Blitzlicht, während Strontium kaum reaktionsbereit ist. Calcium liegt genau zwischen ihnen, und so verhält es sich auch. Es ist nicht so lebendig wie Magnesium, aber auch nicht so "träge" wie Strontium. Während Magnesium und Calcium im Körper vorhanden sind, kommt Strontium nicht im menschlichen Organismus vor. Als weitere Nachbarn liegen links neben Calcium das Kalium, welches "zu den Alkali-Metallen der 1. Gruppe und somit zu den elektropositiven und reaktionsfähigsten Metallen gehört" (Leeser S.175), rechts neben Calcium Scandium, das im Vergleich zu Calcium oder Kalium keine große Bedeutung hat. Das Calciumcarbonat ist in Wasser fast vollkommen unlöslich, während es in Anwesenheit der Kohlensäure das schwach saure Bicarbonat ( Ca(HCO3)2 ) bildet. Ob das Calcium sich also in Wasser auflöst oder nicht, hängt von der Kohlensäure ab, bzw. davon, ob das Wasser kalt oder eher warm ist, da kaltes Wasser mehr Kohlensäure aufnehmen kann als warmes. "Der Kalk ist ein ausgesprochen kaltes Mittel im geologischen Zusammenhang" (Leeser S.176). Leeser schreibt in diesem Zusammenhang, daß bei einer Azidose im menschlichen Organismus die Calcium-Depots vermehrt aufgelöst werden und es bis zu einer Osteoporose kommen kann. In einem neutralen bis alkalischen Milieu findet eine Fällung statt, die sich als Niederschlag am Skelett lokalisiert. Durch den Regen (kohlendioxidhaltiges Wasser) gelangen ca. 1,3 Milliarden Tonnen Kalk jährlich über die Flüsse in das Meer. Der kohlensaure Kalk ist als Mineral sehr verbreitet. Er wird in Form von Marmor, Travertin (ein gelblicher Baustein), Muschelkalk u.s.w. zum Haus-, Mauer- und Straßenbau (Schotter, Kies) verwendet. Ein erheblicher Teil wird durch Brennen zu gebranntem Kalk verarbeitet (Calciumoxid, Ätzkalk ). Gebrannter Kalk bildet in reinem Zustand harte, weiße Brocken, die begierig Wasser und Kohlensäure aus der Luft aufnehmen. Der technisch gebrannte Kalk, aus Kalksteinen gewonnen, ist wichtig als Ausgangsmaterial für gelöschten Kalk. Dieser entsteht durch Zusatz von Wasser zu gebranntem Kalk. Die Reaktion läuft unter erheblicher Wärmebildung ab. Man verwendet gelöschten Kalk hauptsächlich zur Zubereitung von Mörtel, als Anstrichmittel, zur Schädlingsbekämpfung und Desinfektion von Ställen mit Kalkmilch sowie zur Gewinnung von Natronlauge aus Soda. In den Pflanzen besitzt Calcium die Funktion des Ionentransportes. Je älter eine Pflanze wird, desto höher ist in ihr die Calcium- Konzentration. Besonders viel Calcium ist in den Holzteilen von Pflanzen enthalten. Bei Untersuchungen des Einflusses von Calcium auf den Anbau von Kartoffeln und Buchweizen gab es erstaunliche Resultate: wurden die Kartoffeln mit Calcium gedüngt, so stieg der Stärkegehalt fast um das Doppelte an. Beim Buchweizen erhöhte sich Kornertrag und Korngewicht um fast 1oo% (Leeser S.178). Calcium in der Nahrung Die wichtigste Calcium-Quelle ist unsere Nahrung. Besonders viel Calcium enthält unsere Milch mit 120mg/100ml, wobei es keinen Unterschied macht, ob wir Vollmilch oder Magermilch zu uns nehmen (Calcium-Menschen trinken leidenschaftlich gerne Milch, oder aber sie vertragen sie gar nicht). Weitere an Calcium reiche Nahrungsmittel sind Quark mit 200mg/100g, Käse mit ca. 90mg/100g und Gemüse mit 120mg/100g Frischmasse. Außerdem kommt Calcium in Vollkornprodukten und in Eiern vor. Über den täglichen Bedarf des Menschen gibt es unterschiedliche Aussagen. Im Duchschnitt braucht der erwachsene Mensch 0,5-1,0 g täglich. Die Nahrung der Eskimos enthält jedoch nur Spuren von Calcium, und trotzdem sind keine Mangelerscheinungen festzustellen. Kinder und Jugendliche brauchen im Durchschnitt 1,0-1,2 g täglich. Das meiste Calcium brauchen Schwangere und stillende Frauen, da über die Placenta bis zu 625 mmol und über die Muttermilch bis zu 2000 mmol Calcium zum Einbau in das Skelett an das Kind abgegeben werden. Deshalb tritt häufig ein Calcium-Mangel in der Schwangerschaft und Stillzeit auf. "Calcium-Mangel ist weit verbreitet. Die verhältnismäßig geringe Körpergröße der japanischen Bevölkerung ist vor allem auf ungenügende Calcium-Zufuhr zurückzuführen. Die Kinder japanischer Einwanderer in den USA übertreffen ihre Eltern im Duchschnitt um mehr als 12 cm Körperlänge" (Leeser S. 178 ). Calcium im menschlichen Organismus Calcium ist überlebenswichtig für alle tierischen Lebewesen. Es erfüllt mehrere wichtige Aufgaben, und wir sollten uns deshalb näher mit dem Stoffwechsel, der Regulation und den entsprechenden Funktionen beschäftigen. Außerdem kann man schon aus den physiologischen Funktionen des Calciums einige körperliche Störungen des Calcium-Menschen ableiten. Der Calcium-Bestand im Körper liegt bei ca. 2% des
Körpergewichtes, bei einem 70 Kilogramm schweren Menschen sind es
dementsprechend 1-1,5 Kilogramm. Davon befinden sich 99% im Knochen und
1% in den Körperflüssigkeiten. Die Konzentration von Calcium im Plasma
ist dabei so konstant, daß es weder nennenswerte Schwankungen im
Tagesryhthmus noch im Lebensrhythmus gibt. 1) 60% sind frei vorliegende Calcium-Ionen, d.h. sie
sind durch die Kapillarwand filtrierbar. Davon ist wiederum 1/5 in
Komplexe eingebunden (z.B. Calciumphospat) und 4/5 liegt als freies,
ionisiertes Calcium 2+ vor. Calcium liegt im Knochen in einer komplexen CO3- und
PO4-Verbindung vor. Der Knochen dient auch als Speicherorgan für
Calcium. Bei Nichtbelastungen, z.B. beim Tragen eines Gipsverbandes,
kommt es zu deutlichen Calcium-Verlusten des Skelettes. Bei
Stoffwechselstörungen, die die normale Mineralisation des Knochens
verhindern, entstehen Krankheiten wie Rachitis oder Osteomalazie. Bei
der Osteoporose gehen die Ansichten auseinander, "ob es sich Die Calcium-Resorption Calcium wird im oberen Dünndarmbereich durch einen
aktiven Transportmechanismus resorbiert. Während z.B. von Natrium und
Kalium immer so viel aufgenommen wird, wie in der Nahrung vorhanden ist
und der jeweilige Überschuß wieder von den Nieren ausgeschieden wird,
verhält es sich mit Calcium anders. Die aufgenommene Menge richtet sich
nicht nach dem Angebot, sondern nach dem Bedarf des Organismus, wobei
Parathormon, Calcitonin und Vitamin D an der Regulation beteiligt sind.
Ein Säugling resorbiert rund 8o% des Nahrungs-Calciums, ein
elfjähriges Kind nur noch rund 45% und ein Erwachsener im Durchschnitt
20%. Die Muttermilch stellt für den Säugling die größte
Calcium-Quelle dar, und "die enthaltene Lactose ist für die
Entstehung und Aufrechterhaltung einer geeigneten Darmflora des
Säuglings wichtig und fördert außerdem die Calcium-Resorption" (Thews
S. 307). Gehemmt wird die Calcium-Resorption durch: Da die Pythinsäure überwiegend in Vollkornprodukten
vorkommt, behaupten einige Autoren generell, Vollkornprodukte würden
die Calcium-Resorption hemmen. Dies ist aber insofern falsch, daß die
Pythinsäure beim Erhitzen, beim Keimen von Getreide und durch Vitamin C
zerstört wird und wir Menschen kein rohes ungekeimtes Getreide zu uns
nehmen. Die Calcium-Ausscheidung Über die Niere und den Darm wird Calcium wieder ausgeschieden, in geringen Mengen auch über die Haut, nämlich beim Schwitzen. Resorbiert wird das Calcium im ganzen Nephron, parallel zur Natrium-Resorption. Deswegen wirken Diuretika auch auf den Calciumhaushalt. Die Feineinstellung des Calciumhaushalts findet im distalen Tubulus statt. Parathormon (PTH) und 1,25-Dihydroxykalziferol vermindern dabei die Ausscheidungsmenge. Die durchschnittliche Ausscheidungsmenge über die Niere beträgt ca. 150- 450 mg/24 Stunden. Wird die maximale Ausscheidungsmenge überschritten, so kann Calcium in Form von Nierensteinen ausfallen. Da im Darm nur so viel resorbiert wird, wie der Organismus benötigt, schwankt die Ausscheidungsmenge im Stuhl entsprechend der mit der Nahrung aufgenommenen Calciummenge. Eine Erhöhung des Calcium-Spiegels im Serum gibt uns nur wenig Informationen. Von Bedeutung für den Calciumhaushalt ist hingegen die Wanderungsrichtung des Calciums. Handelt es sich um eine verstärkte Aufnahme oder Ausscheidung und/oder werden die Calcium-Speicher in den Knochen mobilisiert, und wenn ja, weshalb? Die Calcium Regulation Die Regulation des Calciumhaushaltes wird von 3
Hormonen reguliert: Calzitonin, Parathormon (PTH) und Vitamin D3.
Die Hauptwirkungsstellen von Calcium im menschlichen Organismus. Allgemein Calcium besitzt die Eigenschaften der Formgebung, Stabilisierung und Abgrenzung: " Es bildet einen Widerstand gegen den sonst hemmungslosen Austausch von Kolloid-Elektrolyt-Ladungen" (Leeser S. 180). Calcium besitzt außerdem ein antagonistisches Verhältnis zu Kalium, Natrium und Magnesium: "Der physiologische Calcium-Widerstand stellt erst das Gefälle her, welches eine Vorbedingung für die Ausnützung der Zellenergien zu geregeltem Ablauf der Lebensvorgänge ist" (Zitat Leeser S. 180). Calcium an der Zellmembran Die Konzentrationen von Calcium-Ionen liegen im
Extrazellularraum (EZR) höher als im Intrazellularraum (IZR). Calcium
wird durch aktive Transportprozesse aus der Zelle hinaus befördert, die
unter anderem durch den Natrium-Gradienten beeinflußt werden. Calcium am Herzmuskel Das Charakteristische an der Herzmuskulatur ist, daß
sich nach der Depolarisation eine Plateauphase anschließt, bevor die
Rückkehr zum Ruhepotential erfolgt. Das Plateau entsteht durch einen
langsamen Calciumeinstrom, während gleichzeitig ein Kaliumeinstrom
stattfindet. Dadurch dauert das Aktionspotential der Herzmuskulatur fast
1oo mal länger als der Erregungsvorgang einer Nervenzelle. Die
Herzmuskulatur ist während des Aktionspotentials absolut refraktär,
d.h. eine Neuerregung ist in dieser Zeit nicht möglich. "Die
Kontraktionskraft des Herzens kann durch die Dauer des Aktionspotentials
variiert werden, was durch wechselnden Calcium-Einstrom in die Zelle
gesteuert wird"(Silbernagel S. 42). Wird die extrazelluläre
Calcium-Konzentration erhöht, so wirkt dies positiv inotrop.
Calcium-Antagonisten werden hingegen zur Senkung der diastolischen
Füllung angewandt. Außerdem befinden sich Calcium-Ionen in IZR-Depots,
den longitudinalen Tubuli des sarkoplasmatischen Retikulums. Wird die
Herzmuskelfaser erregt, so wird Calcium aus diesen Depots freigesetzt
und gelangt über Diffusion zu den Aktin-Myosin-Filamenten. Dort
aktiviert es diejenigen Prozesse, die zur Verkürzung der Fasern
führen. Das Aktionspotential erfüllt also zwei Aufgaben: Calcium an der quergestreiften Muskulatur In der quergestreiften Muskulatur dient das glatte
endoplasmatische Retikulum der Calcium-Speicherung. Cal-cium wirkt als
Vermittler zwischen den bioelektrischen Erregungsprozessen an der
Zellmembran und den kontraktilen Elementen (= elektromechanische
Koppelung ). Wird eine Muskelzelle erregt, so werden die longitudinalen
Tubuli kurz durchlässig für Calcium-Ionen, welche nun in die
Muskelzelle einströmen. Die Calcium-Konzentration ist dann um das
1ooo-fache höher als im Ruhepotential.Im IZR stößt es dann auf das
Protein Troponin, das, wenn es nicht an Calcium gebunden ist, eine
hemmende Wirkung auf die Wechselwirkung von Aktin- und Myosin-Filamenten
hat. Verbindet sich Troponin mit Calcium, so ist seine hemmende Wirkung
aufgehoben, und der Muskel kann sich kontrahieren. Anschließend wird
das Calcium durch einen aktiven Transport wieder in die longitudinalen
Tubuli zurückgepumpt. Dabei wird für zwei Calcium-Ionen ein Molekühl
ATP verbraucht. Calcium an Nerven An praesynaptischen Nervenenden öffnet ein AP Calcium Poren. Trifft Calcium in der Zelle ein, so aktiviert es die Freisetzung von Neurotransmittern oder die Ausschüttung von Hormonen z.B. am Hypophysenhinterlappen. Calcium wirkt also hemmend wie auch fördernd auf Nervenzellen. Weitere Funktionen von Calcium Calcium spielt eine wichtige Rolle bei der
Blutgerinnung. Der aktivierte Faktor 10 wandelt zusammen mit
Phosphorlipiden, Plasmafaktor 5 und Calcium (= Faktor 4) das Prothrombin
zu Thrombin um. Es ist somit an der Aktivierung des extra- und des
intravasculären Systems der Blutgerinnung beteiligt. Calcium und Haushaltszucker Nach den neuesten Forschungsergebnissen des Professors Katase in Japan raubt der raffinierte Haushaltszucker dem Körper Calcium. Dies soll sich besonders an den Zähnen bemerkbar machen. Seiner Ansicht nach entsteht Karies nicht dadurch, daß man sich nicht genügend seine Zähne geputzt hat, sondern weil der Körper einen latenten Calcium-Mangel aufweist. Daß Karies besonders gehäuft nach dem Verzehr von Süßigkeiten auftritt, hängt also damit zusammen, daß beim Verzehr von Süßigkeiten dem Körper Calcium "geklaut" wird. Dies erklärt auch, warum manche Zähne von innen her anfangen zu faulen. Die Calciumverwendung in der allopathischen Medizin Schon früher wurde Calcium in Form von Eierschalen, Krebsaugen und Kreide bei einigen Krankheiten angewandt. So wurde z.B. Tuberkulosekranken hohe Gaben von Calcium gegeben, was allerdings dazu führen mußte (s.o.), daß sie es nicht aufnahmen, sondern im Gegenteil nur noch mehr entkalkten. Heutzutage wird Calcium intravenös bei einer erhöhten Durchlässigkeit der Gefäßwände gegeben, z.B. bei allergischen Erscheinungen. Calcium wirkt hierbei stabilisierend auf die Zellmembran (s.o.). Am Herzen bewirkt es eine Senkung des diastolischen
Blutdruckes und eine Vergrößerung des Schlagvolumens, d.h. die Wirkung
ist ähnlich der von Digitalis. Außerdem wird es zur Entgiftung von
Schwermetallen in Form des Calciumedetat-Natrium eingesetzt, das mit
Metallen komplexe Verbindungen eingeht und diese dadurch ihrer giftigen
Wirkung beraubt. Die Auster Befassen wir uns nun mit der Auster (lateinische
Bezeichnung Ostrea edulis), aus der ja das eigentliche Arzneimittel
hergestellt wird. Zum Glück hängt das Überleben einer Art nicht immer
von Stärke, Schnelligkeit und der jeweiligen Intelligenz ab, sondern
die Zahl ihrer Nachkommen ist es, die auf Dauer zählt. Da Austern sich
nicht viel bewegen können, haben sie viel Energie für die Produktion
ihrer Nachkommen. Eine einzelne Auster hat nur eine verschwindend
geringe Chance, bis zur Fortpflanzung zu überleben. Es werden aber pro
Saison ca. 10 Millionen Spermien und Eier erzeugt, eine Größenordnung
also, die der Auster letztendlich eine ähnlich große Überlebenschance
bietet wie uns Menschen. Austern sind zwittrige Tiere, die männlichen und
weiblichen Keimzellen jedoch reifen bei ein und demselben Tier in der
Regel nicht gleichzeitig, wodurch eine Selbstbefruchtung weitgehend
ausgeschlossen ist. Umso wichtiger ist es, daß die Eier oder
Samenzellen der verschiedenen Einzeltiere einer Austernbank möglichst
zum gleichen Zeitpunkt reifen, denn nur so ist es gewährleistet, daß
eine ausreichende Menge befruchtet wird. Diese zeitliche Angleichung
wird bei der Auster, wie wir heute wissen, durch den Mond gesteuert. Man
hat herausgefunden, daß die ca. 8 Tage alten Austernlarven alljährlich
zwischen dem 26. Juni und dem 10 Juli ausschwärmen, und zwar jeweils
etwa 10 Tage nach Voll- oder Neumond. Demnach müssen die Eier jeweils 2
Tage nach Voll-oder Neumond in der Auster abgelaicht und befruchtet
worden sein. Daß die Austern nicht bei jedem Voll- oder Neumond
ablaichen, sondern nur in den Sommermonaten und bevorzugt in dem
angegebenen, eng begrenzten Zeitraum Ende Juni bis Anfang Juli, muß
noch weitere Ursachen haben, die jedoch noch nicht näher bekannt sind.
Vermutet wird, daß es mit dem vermehrten Lichteinfall zu tun haben
könnte. Hauptsache ist jedoch, daß die zeitliche Abstimmung
gewährleistet ist, so daß die laichenden Austern genügend Samenzellen
mit dem Atem- und Nahrungsstrom in ihren Körper aufnehmen können, wo
dann die Eier befruchtet werden. Heutzutage gibt es die Europäische Auster von Natur
aus an der gesamten europäischen Küste von Norwegen bis zum Schwarzen
Meer. Die früheren Massenvorkommen, sogenannte natürliche
Austernbänke, gibt es allerdings nur noch sehr selten in felsigen
Gegenden. Sie wurden meist durch massiven Raubbau durch den Menschen
vernichtet. In für sie weniger günstigen Lebensräumen, wie an der
deutschen Nordseeküste, bilden sie lockere Kolonien. Da sie sich in
geringer Wassertiefe ansiedeln, ist es nicht schwierig, sie in großen
Anlagen zu züchten. So hat man in England, Holland, Belgien und
Frankreich große Austernzuchten aufgebaut. Als Ansiedlungsflächen
dienen große Holzgestelle, an denen besonders hergerichtete Ziegel,
Herzmuschelschalen oder andere für das Anheften geeignete Gegenstände
in mehreren Stockwerken angebracht werden. Wenn sich die Jungaustern
daran festgeheftet haben, werden sie abgenommen und in riesige
Aufzuchtbecken überführt, die einerseits gegen das offene Meer durch
einen Damm abgeschirmt, andererseits aber durch Schleusen mit ihm
verbunden sind. Die Auster gehört zu den Perlmuscheln. Sie besitzt die Fähigkeit, Fremdkörper (Sandkörner, schmarotzende Würmchen usw.), die entweder durch kleine Wunden oder durch Umschließung des Mantelepithels (Perlsäckchen) in sie hineingedrungen sind, abzukapseln. Um diese Fremdkörper wird nun unablässig Perlstoff (92% Kalziumkarbonat, 6% organische Substanz, 2% Wasser) gelagert. Dieser Vorgang dauert mehrere Jahre. Man kann also sagen, daß die Auster durch ein Sandkorn stimuliert wird, um in sich eine kostbare Perle zu entwickeln. Ohne dieses Sandkorn würde aus ihr nicht mehr als eine "gewöhnliche, wohlschmeckende Miesmuschel" werden. Die Essentia von Calcium carbonicum Calcium Carbonicum, das Heilmittel für die Haltlosigkeit und Gottesferne unserer Zeit. Eine runde Sache, für runde mondhafte Menschen. Das Heim Befassen wir uns jetzt mit dem eigentlichen
Mittelbild, so gibt uns die Auster viele Ideen, die auch mit dem
Calcium-Menschen zusammenhängen. Doch zurück zur Auster. Die Auster wird mit all ihren
anderen Artgenossen in große Kisten verpackt und nach Deutschland
geschickt. Vor Angst würde sie sich fast in die Hose machen können,
wenn sie noch was in ihrem Darm hätte. Nun gelangen die Kisten in
irgendeinen Lebensmittelladen, wo sie zur Schau gestellt werden. Die
Auster klappt natürlich ihre Schalen zu, denn von Menschen so
angestarrt zu werden, verkraftet sie kaum. (Auch Calcium-Menschen
fühlen sich sehr unwohl, wenn sie im Mittelpunkt stehen und von
mehreren Menschen angeguckt werden, da sie Angst haben, sich zu
blamieren.) Außerdem wird sie noch auf Eis gelegt, und ihr ist
fürchterlich kalt. Frierend und voller Angst blickt sie der Zukunft
entgegen. Und dann passiert das Schreckliche: Eine kurze, stumpfe
Metallklinge schiebt sich zwischen ihre schützenden Wände. Wie mit
einem Brecheisen versucht sich jemand Zutritt zu ihrer Wohnung zu
verschaffen. Nackt und schutzlos liegt sie da, die Arme schmerzen ihr
von dem verzweifeltem Versuch, die "Tür" geschlossen zu
halten. Ihr Herz klopft, die Muskeln zucken noch einmal zusammen und das
Gewebe strafft sich, als der Zitronensaft ihre Fasern berührt. Dann
wird sie bei lebendigem Leibe aus ihrer Wohnung geschlürft und zerkaut.
Kein anderes Tier wird auf diese barbarische Weise lebend verzehrt.
Zurück bleiben die Schalen, an denen noch die Stummel ihrer
abgerissenen Arme haften. Die Kinder und das Essen Calcium ist eines unserer wichtigsten Kindermittel. Es
sind vor allem die bequemen und lieben Kinder, jene, die kaum schreien
und mit allem gleich zufrieden sind. Sie sind sehr pflegeleicht,
selbstgenügsam und selten aggressiv. Man kann alles mit ihnen machen,
vor allem ältere mit jüngeren Kindern. (Calcium spielt lieber mit
Jüngeren.) Aber die Kinder können auch sehr eigensinnig sein. Sie
wollen alles selbst machen. Alle Widerstände müssen sie selbst
überwinden ohne fremde Hilfe, sie nehmen keinen Rat an und müssen alle
Erfahrungen selbst machen. Dies verleiht ihnen natürlich eine gewisse
Hartnäckigkeit. Es gibt vom Äußeren her gesehen noch zwei andere Varianten des Calcium-Typus, die häufiger auftreten. Einmal gibt es die grauen, faltigen Greisenkinder (ähnlich Lycopodium-Kindern) mit dickem Bauch und ansonsten stark abgemagerten Körper. Vithoulkas sagt, sie seien häufig mit feinen Fältchen bedeckt, die horizontal und vertikal verliefen, so daß kleine Rechtecke entstünden. Sie sehen aus wie Menschen, die viel gelitten haben. Von ihrem Wesen sind sie aber genauso wie die Calcium-Typen. Die zweite Variante stellen die Kinder mit geschwollenen Drüsen dar; sie haben eine feine, zarte Haut, lange Wimpern und seidige glatte Haare. Sie sind sehr dünn, haben jedoch auch einen dicken Bauch. Sie sehen also, man kann sich auf das Bild vom dicken, plumpen Typus nicht immer verlassen. Wie oft wurde Calcium Carbonicum bei der Arzneimittelwahl ausgeschlossen, weil der Mensch schlank war? Auch hier kann man sehen, daß das Wesen eines Menschen das Entscheidende ist, und nicht die Körperbeschaffenheit. Gibt man einem Carboniker die Hand, so hat man das
Gefühl, als ob man die Auster selber anfassen würde. Sie fühlt sich
weich, lasch, feucht und kühl an. Die Erwachsenen haben häufig große
Pullover, Baumwollhosen, Wollstrümpfe und Birkenstock-Schuhe an. In
einem Traum bei einer Calcium-Prüfung trugen sogar die Engel
Birkenstock-Schuhe. In knallengen Jeans wird sich ein Carboniker wohl
nicht besonders wohl fühlen. Für Calcium ist es eine mittlere Katastrophe, nicht
gestillt zu werden, während es für andere Arzneimittelbilder nicht in
diesem Ausmaße wichtig ist. Das Gestilltwerden ist auch deswegen für
Calcium so wichtig, weil die Kinder sehr abwehrschwach sind und die
Muttermilch trotz belastender Werte immer noch das beste Mittel ist, die
Abwehrkräfte aufzubauen und zu stärken. Am liebsten essen Calcium-Menschen süße Mehlspeisen
wie Kaiserschmarrn, Palatschinken, Eierkuchen, "Arme Ritter",
Pudding etc. Das Verlangen nach Eiern ist besonders ausgeprägt und
stellt eines der Leitsymptome dar. Am allerliebsten werden weichgekochte
Eier verspeist.Im großen und ganzen wird neutrales Essen bevorzugt,
z.B. Saucen, Nudeln, Milch, Käse usw.; manche Feinschmecker würden das
Essen sicher als fad bezeichnen. Calcium-Menschen sind häufig
Vegetarier, und zwar eher wegen der Grausamkeit den Tieren gegenüber,
als aus gesundheitlichen Gründen - und weil man beim Fleisch so viel
kauen muß. Gerne lädt Calcium seine Freunde zu einem einfachen Essen
ein, z.B. zu einem großen Eintopf, denn Liebe geht ja durch den Magen.
Aber auch Suppen (kann man so schön mit einem Löffel essen, ohne viel
kauen zu müssen) werden gerne gegessen und alle Kartoffelgerichte,
besonders, wie könnte es anders sein, Kartoffelbrei. Calcium ist das
einzige Mittel, das ein Verlangen nach rohen Kartoffeln hat. Ein
weiteres passendes Symptom ist das Essen von unverdaulichen Dingen wie
z.B. Sand, Kohle, Kreide etc.. (Man denke daran, daß auch die Auster
nur nach der Größe der Partikel aussortiert und nicht nach dem
Nährwert oder Geschmack.) So sitzen Kinder oft in der Buddelkiste, in
der einen Hand eine Birne, in der anderen eine Handvoll Sand, und dann
gibt es abwechselnd einmal Birne und einmal Sand in den Mund. Wen
wundert's, daß bei dieser Art der Nahrungsaufnahme auch mal Verstopfung
auftritt? (Calcium-Menschen leiden auch unter "normalen"
Umständen an Verstopfung oder Durchfall.) Das Besondere dabei ist, daß
das Kind sich wohlfühlt, wenn es verstopft ist, während es ihm
schlechter geht, wenn es Durchfall hat. Oft bemerken erst die Eltern,
daß das Kind schon 2-4 Tage lang keinen Stuhlgang mehr hatte und machen
sich Sorgen. Das Kind dagegen fühlt sich pudelwohl. Genau umgekehrt ist
es bei den Erwachsenen: Sie fühlen sich besser, wenn sie Durchfall
haben, schlechter wenn sie verstopft sind. Kommen wir zu einem anderen Thema des Calcium-Kindes:
Alles kommt in seinem Leben zu spät. Calcium ist einfach langsam im Denken und Bewegen. Dadurch wirkt er oft sehr tolpatschig, weshalb ihn die anderen auslachen. Da dies für Calcium eines der schlimmsten Dinge ist, die ihm widerfahren können, wird er noch unsicherer und tolpatschiger, ist zutiefst verletzt und zieht sich in sich selbst zurück, was bis zur Apathie führen kann; der Kreislauf wird geschlossen. Bernhardiner-Welpen sind ein schöner Vergleich (Bernhardiner sind DIE Calcium-Hunde!). Sie sehen wirklich tolpatschig aus, Beine und Pfoten sind noch viel zu groß für den restlichen Körper, und die Menschen lachen über sie und amüsieren sich. Normalerweise ist Calcium jedoch nur zurückhaltend. Sie schauen den anderen lieber zu, als daß sie selber mitspielen wollen, da sie leicht ermüden und jede körperliche Anstrengung, die sie sofort ins Schwitzen bringt, meiden. Am liebsten sitzen sie auf dem Spielplatz auf dem Schoß ihrer Mutter und sehen den anderen Kindern beim Spielen zu. Da sie sowieso nicht besonders sportlich und schnell sind, nehmen sie in der Schule ungerne am Sportunterricht teil. Besonders schlimm ist es für sie, wenn z.B. Fußball oder Volleyball gespielt wird und die Mannschaften gewählt werden. Sie bleiben meistens bis ganz zum Schluß übrig, weil keiner sie in seiner eigenen Mannschaft haben möchte. Finden Einzelübungen, wie z.B. Joggen oder Turnen, statt, so werden sie häufig ausgelacht, weil sie sich sehr plump bewegen. So kommt es dann, daß Calcium-Kinder immer dann, wenn sie Sportunterricht haben, krank werden und nicht zur Schule gehen wollen oder können. Um ihnen die Hänseleien zu ersparen, befreien die Eltern ihre Kinder vom Sportunterricht, so daß diese dann kauend und zufrieden auf der Bank sitzen und den anderen zuschauen können. Das Langsame und Späte findet sich natürlich auch auf der körperlichen Ebene: Die Fontanellen (besonders die vorderen) schließen sich sehr spät, die Zähne kommen später und verursachen beim Zahnen z.T. Krämpfe, und das Kind lernt sehr spät laufen und sprechen. Frau Coulter beschreibt in diesem Zusammenhang, daß die Kinder oft Wissen zurückhalten, plötzlich ganz überraschend gleich richtige Sätze sprechen können. Setzt man sie jedoch unter Druck, können sie äußerst dickköpfig und stur werden und gar nichts mehr machen wollen. Die Kinder werden manchmal krank, wenn sie gerade etwas Neues, wie z.B. die ersten Schritte oder die ersten Worte, gelernt haben. Es scheint so, als sei der Körper überfordert und könne seine Abwehr bei solchen Anstrengungen nicht genügend aufrechterhalten. Außerdem können durch den gehemmten und behinderten Stoffwechsel spasmophile Zustände oder Hautprobleme wie Milchschorf, Windeldermatitis oder Ekzeme auftreten. Ein weiteres charakteristisches Symptom sind die Schweiße von Calcium. Sie schwitzen schon bei der geringsten Anstrengung, besonders am Nacken, am Kopf und im Gesicht. Kinder schwitzen selten im unteren Körperbereich - im Gegensatz zu den Erwachsenen, die am gesamten Körper schwitzen können. Die Kinder schwitzen besonders in den ersten 1o Minuten des Schlafes. Das ganze Kopfkissen kann sehr schnell durchnäßt sein. Da sie stark schwitzen, decken sie sich oft auf und kühlen dann sehr ab, was bei einer hinzukommenden Abwehrschwäche schon zu einer Erkältung führen kann. Calcium-Menschen sind generell oft erkältet. Obwohl sie eine sehr robuste Konstitution besitzen und nur selten wirklich schwere Krankheitsbilder entwickeln, haben sie doch in fast regelmäßigen Abständen ihre Erkältungen, besonders im Winter. Ihre Lymphdrüsen sind dann sehr dick, hart und fest. Die Erkältungen treten v.a. bei Wetterwechsel auf oder durch naßkalte Füße. Überhaupt sind sie sehr empfindlich gegen feuchte Kälte. Auch Waschen verschlechtert ihre Symptome. Was Calcium jedoch sehr gern tut, ist, mit viel Schaum in einer warmen Badewanne zu sitzen, ab und zu ganz unterzutauchen und dabei Blasen zu machen. Andreas Krüger sagte mal: "In Calcium kann man sich suhlen wie ein kleines Schweinchen in der Pfütze." Für Calcium ist es wichtig, sich wohl, behaglich und zu Hause zu fühlen. Die Kinder bauen sich daher liebend gern Höhlen, in denen sie sich verkriechen und verstecken können. Ein kleines Mädchen versteckte sich manchmal unter ihrer Babybadewanne, kroch damit in der Wohnung umher und wollte dann gesucht werden. Dies war eine typische Calcium-Situation. Calcium möchte gerne ein Häuschen bauen, mit einem kleinen Obstgarten dabei, Hasen züchten, eine Familie gründen und heiraten. Calcium will gerne kuscheln, essen und hält sich am liebsten in der Küche auf. Da Essen eine so große Bedeutung hat, kochen sie leidenschaftlich gerne, und während sie kochen, singen sie gemütlich vor sich hin. Das Besondere dabei ist, daß sie zwar sehr gerne und laut singen, daß sie aber des öfteren den richtigen Ton nicht treffen; ihnen selber macht das nichts aus. Hochtragische Opern sind nichts für Calcium. Calcium singt lieber einfache Volks- oder Kirchenlieder. Überhaupt geht Calcium gerne in Kirchen, besonders in
einfache, kleine, nicht so sehr in große protzige Dome. Sie zünden
dort Kerzen an und besprenkeln sich mit Weihwasser. Schon früh
entwickeln die Kinder einen Sinn für Fragen nach Gott. Sie stellen
Fragen wie z.B.: Wer ist Gott? Was hat Gott mit uns vor? Wer sind die
Engel? Was kommt nach dem Tod? Welche Aufgaben haben Engel? Es ist für
sie selbstverständlich, daß es Gott gibt, und sie sind auf einfache
und vertrauensvolle Art mit ihm verbunden. Auch für außersinnliche
Wahrnehmungen sind sie sehr empfänglich. So kann es passieren, daß ein
Calcium-Kind seine Mutter eines Tages fragt: "Mammi, darf heute
mein Zwerg neben mir sitzen?" Wenn man nun als Erwachsener sagt:
"Red doch keinen Unsinn, es gibt überhaupt keine Zwerge!",
kann das Kind sich für den Rest seines Lebens dafür schämen und nie
wieder über solche Dinge mit jemandem reden. Der Glaube Calcium-Menschen bilden oft das Fundament von Glaubenssystemen. Sie werden nie die Führer oder Propheten sein, aber sie sind sehr gute Apostel. So sagte auch Jesus zu Petrus: "Du bist der Fels, auf dem ich meine Kirche aufbaue." Vertrauen Calcium-Menschen erst einmal jemandem, so sind sie treu bis zum Letzten. Sie sind teilweise so "treudoof", daß sie sich selbst die Füße für ihren Führer abhacken lassen würden. Ihre Obrigkeitsgläubigkeit kann bis zum Fanatismus gehen, wobei sie kritiklos alles befolgen, was ihnen ihr Führer befohlen hat. Verabredet man sich mit einem Calcium-Menschen und
kann den Termin nicht einhalten, so warten sie stundenlang, bevor sie
wieder vom verabredeten Platz fortgehen. Auch als Therapeut sollte man
sich gut überlegen, was man einem Calcium-Menschen an Übungen aufgibt.
Oder man sollte es sich zumindest selber aufschreiben, denn sollte man
es vergessen, so kann man ziemlich sicher sein, daß der Calcium-Patient
die Übung bis in alle Ewigkeiten machen würde. (Silicea ist in dieser
Hinsicht noch extremer. Sie macht die ihr einmal gesagten Dinge wirklich
bis an ihr Lebensende.) Das Gemüt Calcium ist sehr rührselig und weint bei den trivialsten Gelegenheiten. Sie können nur Filme mit Happy End sehen, und in Filme, in denen viel Gewalt vorkommt, gehen sie am liebsten gar nicht hinein. Geraten sie doch einmal in solch einen Film, so bekommen sie Alpträume oder können erst gar nicht einschlafen. Auch wenn sie sich am Tage mit ihrem Partner gestritten haben, müssen sie sich wieder vertragen, bevor sie ins Bett gehen, sonst können sie nicht einschlafen. Das Harmoniebedürfnis ist so stark, daß es oft für den Partner nicht ganz einfach ist, damit umzugehen, da es in manchen Situationen bestimmt besser wäre, erst einmal "drüber zu schlafen". Unter Geschwistern haben Calcium-Kinder viel zu leiden. Sie sind oft diejenigen, die sich verprügeln lassen, weil sie so friedlich sind. Dabei wären sie von ihrer Kraft her durchaus in der Lage, sich zu wehren; sie sind selten schwach. Reicht es den Calcium-Kindern doch einmal, so werden sie nicht wirklich böse, sondern sie werfen sich einfach auf das andere Kind drauf und "walzen es platt". Dann sagen sie oft: "Wenn du wieder lieb bist, laß' ich dich auch wieder los," woraufhin das Ganze von vorn anfängt. Ich selbst besitze eine Bernhardiner-Mischlingshündin, die sehr groß ist, aber vor jedem anderen Hund, und sei es ein Dackel, Angst hat. Kommt es doch einmal zu einem Kampf, so ist sie meistens die Gewinnerin, da sie einfach aufgrund ihrer Größe und Kraft den anderen besiegt. Sie selber ist darüber am meisten erstaunt, und trotz mehrmaliger guter Erfahrungen macht sie am liebsten immer noch einen großen Bogen um jeden anderen Hund. Auch beim Fahrradfahren zeigt sie ein typisches Calcium-Verhalten. Ich kann mit ihr stundenlang Fahrrad fahren, aber nur in ihrem Tempo. Habe ich es einmal eilig und möchte schneller fahren, so guckt sie mich nur treu an und behält genau das gleiche Tempo bei wie zuvor. Wenn Calcium sich bewegt, dann nur in seinem Tempo. Oft macht Calcium wegen seiner Sturheit und Gelassenheit den Eindruck, teilnahmslos und unempfindlich zu sein; in Wirklichkeit gehören sie aber zu den empfindsamsten Geschöpfen der Welt, und wenn sie einmal etwas beeindruckt hat, so bleibt dieser Eindruck für immer haften. So vergessen sie es nicht, wenn sie einmal von einem Menschen tief verletzt wurden, sie sind aber nicht auf Rache aus, wie Sepia z.B.. Sie wollen dann einfach nichts mehr mit diesem Menschen zu tun haben. Sie nehmen Einzelheiten zu wichtig. Während Pulsatilla sich wegen wahrer Kleinigkeiten zurückzieht und so lange schmollt, bis sich jemand um sie kümmert, sind es bei Calcium-Menschen allgemeinere Dinge, die sie zu wichtig nehmen. Wenn sie z.B. eine Gemeinheit sehen, kommen sie zu dem Schluß, daß die ganze Welt voller Gemeinheiten sei (Natrium muriaticum empfindet es so ähnlich). Sie ziehen sich dann noch mehr von der Welt zurück, entwickeln sich jedoch nicht zu wirklichen Einzelgängern. Calcium-Menschen sind an sich sehr soziale Menschen, d.h. sie sind gerne mit Menschen zusammen, die sie kennen und kümmern sich oft um sozial Schwache. Calcium braucht einfach seine Familie um sich herum. Trotz allem finden wir Calcium im Repertorium in der Rubrik: "Abneigung gegen Familienmitglieder" 3wertig. Eine ähnliche Polarität gibt es hinsichtlich der Fähigkeit zu arbeiten und zu lernen: Entweder sie sind total träge, oder sie besitzen die absolute Arbeitswut. Dabei kann es durch Überarbeitung zu Anorexie kommen. Wichtig für Calcium ist, einen Anfang zu machen. Sie sind oft unfähig, eine Arbeit zu beginnen, weil sie Schwierigkeiten haben, ihre Energie zusammenzubekommen. (Was du heute kannst besorgen, das schiebe gern auf übermorgen.) Sie lenken sich mit Tausenden von Dingen ab, kochen sich einen Tee oder etwas zu essen, telefonieren zwischendurch oder beginnen, die Wohnung aufzuräumen, nur um nicht mit der eigentlichen Arbeit anfangen zu müssen. Damit verzetteln sie sich natürlich mit ihrer Zeit und schaffen es nicht, zum gegebenen Zeitpunkt fertig zu werden. Es sind häufig die Calcium-Kinder, die in Prüfungen
immer noch eine halbe Stunde länger brauchen. Auch wissen Carboniker
nie, wie spät es ist, so daß sie des öfteren zu spät kommen. In der
Schule sind sie oft nicht fähig, dem Tempo der Klasse zu folgen, da sie
nur langsam begreifen und verstehen. Sie haben ein schlechtes
Gedächtnis, und die geistige Arbeit ist für sie so anstrengend, als
würden sie sich körperlich betätigen. Sie kommen dabei richtig ins
Schwitzen. Versucht man, diese Kinder in der Schule anzutreiben, so
werden sie nur bockig, unkonzentriert, trotzig und stur. Genauso können
Calcium-Kinder aber auch sehr gut in der Schule sein, wenn sie einen
verständnisvollen Lehrer haben, der es versteht, die Qualitäten der
Kinder zu fördern. Sie versetzen die anderen dann in Erstaunen, und
ihre Grundveranlagung zu einem guten Gedächtnis können sie dann z.B.
in einem sogar öffentlichen Vortrag unter Beweis stellen. So benutzen
sie z.B. sehr wenig schriftliche Unterlagen, in denen sie sich mit ihrer
großen runden Schrift nur Stichpunkte notiert haben. Sie können auch
hervorragend in der Lage sein, einen Vortrag zu halten, den sie woanders
schon mal selber gehört haben. Sie entwickeln bei ihren eigenen
Vorträgen zwar keine großartigen eigenen Gedanken, sind aber in der
Lage fremde Gedanken zu reproduzieren. Calcium träumt ständig davon,
was er alles leisten will, er traut sich nur nicht. So sind sie leider
oft die Sitzenbleiber, die, die es nicht schaffen. In der Anamnese kommen diese Menschen nicht leicht aus
sich heraus, wenn aber doch, dann tragen sie ihre Beschwerden
strukturiert vor. Calcium Carbonicum kann aber auch in anderer Hinsicht
helfen. Das Mittel bewirkt oft, daß sich die Menschen wieder aus sich
herauswagen, daß sie mehr Rückhalt in dieser Welt fühlen. Sie sind
dann weniger verletzbar durch ihre Mitmenschen und können sich besser
wehren; sie können mehr ihre eigenen Interessen vertreten und tun nicht
immer nur das, was die anderen von ihnen wollen. Ritter besitzen viele Calcium-Eigenschaften. Sie sind ihrem König oder Kaiser treu ergeben, riskieren ihr Leben für ihn und bewachen treu und brav seine Burg. Sie selber besitzen gar nicht das Verlangen zu führen oder ein großes Reich zu besitzen. Sie sind treu ihrem Land ergeben und besitzen auch etwas wie Vaterlandsliebe, aber es geht ihnen dabei um das Wohlergehen der Menschen und nicht um Prinzipien oder Macht. Calcium-Menschen sind oft die Untergebenen von lycopodischen Führern. Sie haben meist Angst vor Lycopodium-Menschen, werden krank, fühlen sich dann dumm und befürchten, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein; Sie bewundern sie aber auch, und, einmal Vertrauen gefaßt, folgen sie kritiklos. Calcium-Mütter machen sich ständig Sorgen um die
Zukunft ihrer Kinder. Sie können oft den jetzigen Zustand nicht
genießen, weil sie um die Zukunft besorgt sind. Sie denken, sie seien
zu dick und machten immer alles falsch. Sie bekommen Höhenschwindel,
der ein Leeregefühl im Magen verursacht und ein Gefühl, als ob die
Seele den Körper verlasse. Außerdem entwickeln sie panische Angst,
daß andere ihren Zustand bemerken könnten, denn das würde sie ja
lächerlich machen. Besonders bei einer Art von Epilepsie, bei der die
Menschen nachts schreiend aufwachen und die besonders bei Voll- oder
Neumond auftritt, hat Calcium gut helfen können. Sie wissen nicht, was
sie wollen, nörgeln aber ständig herum und sind unzufrieden. Sie
können in diesem Falle zu einer wahren Qual für ihre Familie werden.
Sie besitzen dann keinerlei Interessen mehr, werden richtig faul und
fühlen sich einsam und verlassen. Schon kleine Tätigkeiten sind für
sie so anstrengend, daß sie anschließend fix und fertig sind. In den
meisten Fällen verschwinden die körperlichen Beschwerden, wenn die
psychischen Symptome auftauchen. Geht die Heilung einmal nicht so gut voran, so ist Tuberkulinum ein bewährtes Zwischenmittel, um den Prozeß wieder in Gang zu bekommen. Auf Calcium folgt gut Aurum. Ein weiteres Symbol für Calcium ist die Linde. Die Linde steht meist in der Mitte eines Dorfplatzes, umgeben von Bänken, auf denen man sitzen kann. Oft sind diese mit allerlei Schnitzereien bedeckt, mit denen jemand seine Liebe zu einem anderen Menschen verewigen wollte. Calcium-Menschen haben oft das Bedürfnis, etwas zu konservieren. Sie sagen häufig: "Jetzt soll es so bleiben und nicht mehr anders werden." Sie wollen gerne festhalten und bewahren. Aus Lindenholz schnitzt man häufig die Symbole der Volksfrömmigkeit wie Engelchen und Kreuzchen. Stellt man sein Auto unter einen Lindenbaum, so ist er zu bestimmter Jahreszeit von einer dicken, klebrigen Lindenschweißschicht bedeckt. Der sogenannte Schweiß stammt vom Kot der Lindenläuse, aus dem man auch den Lindenblütenhonig macht. Das Lindenblatt hat die Form eines Herzen. Der Samen sieht aus wie ein geöffneter Uterus, von der Seite gesehen jedoch eher wie ein Embryo, er fliegt sanft segelnd und kreisend zur Erde. Calcium-Menschen arbeiten gerne mit Holz. Sie sollten einen Beruf erlernen, in dem sie mit ihren Händen arbeiten können. Sie sind sehr gute Masseure, Gärtner, Steinhauer u.s.w.. Auch in der naturheilkundlichen Richtung sind sie gut aufgehoben. Sie sind gut ansprechbar für einfache Anwendungen wie Kneippsche Kuren, Chiropraktik, Akupressur und Mesmerismus. Die Homöopathie ist ihnen viel zu kompliziert; wenn sie sie als Therapeuten aber doch anwenden, so verordnen sie ihre Arzneimittel meistens aus der Intuition und dem Herzen heraus. Man sollte Calcium-Menschen nicht zu einem Philosophie- oder Jurastudium zwingen, wenn sie es nicht von sich aus wollen. Sie könnten dabei ernst erkranken. (Ein Calcium-Patient, der von seinem Vater gezwungen wurde, Jura zu studieren, wurde unglücklich und erkrankte. Nach einigen Gaben Calcium war er in der Lage seinen eigenen Weg zu gehen; er hörte mit dem Studium auf und machte eine Gärtnerei auf.) Da Calcium-Menschen Tiere und Pflanzen lieben, haben sie oft den sogenannten grünen Daumen, sie pflegen ihre Schützling sehr liebevoll. Ein Calcium-Mensch wird selten einen Massenbetrieb haben, eher klein und herzlich. Weitere gute Berufe sind solche, in denen sie etwas reproduzieren können. So sind sie gute Grundschullehrer, Pfarrer, Bäcker oder Köche. Es sei jedoch erwähnt, daß Calcium meistens sehr lange braucht, um zu wirken - ganz der Langsamkeit des Calcium-Menschen entsprechend. Man sollte nicht zu früh das Mittel wechseln und es auch nicht zu häufig geben, besonders nicht bei älteren Menschen, da beobachtet wurde, daß auf Calcium-Gaben die Knochen entkalkten. Ebenso sollte man vorsichtig bei Tuberkulosekranken sein, weil auch bei ihnen eine Entkalkung der Tuberkel beobachtet wurde. "Die Perle" Calcium-Menschen suchen Führer, die sie immer wieder ermutigen und ihnen eine Aufgabe geben, da sie oft Schwierigkeiten haben, aus eigenem Antrieb etwas zu unternehmen. Für Calcium-Kinder ist aus diesem Grunde in der Erziehung besonders der Vater wichtig, da er in den meisten Fällen doch mehr der Teil ist, der richtungsweisend und korrigierend wirkt. Coulter beschreibt Calcium als eine Treibhauspflanze, die gehegt und gepflegt werden muß, damit aus ihr etwas wird. Sie würde, wenn sie auf der Straße oder in freier Natur aufwachsen müßte, wahrscheinlich eingehen, da sie mit den Grobheiten und Prüfungen der Welt nicht ohne Unterstützung zurechtkommen würde. Calcium braucht, um seine Fähigkeiten entwickeln zu können, eine strukturierte und individuelle Betreuung. Als Beispiel nennt Coulter das Leben von Mozart und Helen Keller. Beide sind nur deshalb berühmt geworden, weil sie im Hintergrund immer jemanden hatten, der sie ständig antrieb und forderte. Aber trotzdem behielt Mozart bis an sein Lebensende eine gewisse Unreife, was das Gestalten seines Lebens anging. Er machte sich bis zum Schluß keine Gedanken um die Zukunft, und finanziell blieb er naiv. Mozart konnte stundenlang arbeiten, tagein, tagaus; wenn er einmal am Klavier saß, saß er. Helen Keller verlor mit 18 Monaten durch einen Fieberanfall ihr Seh- und Hörvermögen. Bis zu ihrem 5. Lebensjahr war ihre Welt stumm und dunkel, und sie zeigte kaum ein Interesse an dieser Welt. Man hielt sie sogar für geistig zurückgeblieben. Mit 5 Jahren kam sie zu ihrer Lehrerin Annie Sullivan, bei der sie am Anfang stundenlang schrie und auf jede erdenkliche Art versuchte, Widerstand zu leisten, bis sie verstand, welcher Zusammenhang zwischen dem Druck auf ihrer Hand und ihrer Umwelt bestand. "Nachdem sie jedoch einmal angefangen hatte, hörte sie ihr Leben lang nicht mehr auf, sich Wissen anzueignen - unter der systematischen Anleitung von Annie Sullivan. Sie lernte mehrere Sprachen, legte ein hervorragendes Examen am Radcliffe College ab, korrespondierte und hielt Vorträge in aller Welt - Leistungen, die vor ihr noch niemand erbracht hatte, der blind und taub war" (Coulter, S.105) So können Calcium-Menschen schon große Leistungen vollbringen, man muß ihnen nur die nötige Zeit lassen und sie immer wieder anleiten. Calcium arbeitet Stein auf Stein. Wie die Auster, die erst dann eine Perle bildet, wenn ein störendes Sandkorn in ihr Inneres gelangt ist, so benötigt auch der Calcium-Mensch einen "störenden Impuls" (die Anforderung), damit sich seine Fähigkeiten entwickeln können. Calcium-Menschen wachsen unter dem nötigen Druck einer Aufgabe. Sie bringen oftmals ihre angefangenen Dinge nicht zu Ende, arrangieren sich mit den Gegebenheiten, und ihre eigentlichen Fähigkeiten bleiben unentdeckt. U.u. kann die homöopathische Arznei als der nötige Impuls bewirken, daß die eigentliche Kraft und die Qualitäten dieser Menschen zum Vorschein kommen. Calcium Carbonicum wirkt hierbei wie das störende Sandkorn, welches erst den Anstoß dazu gibt, etwas Außergewöhnliches hervorzubringen. Calcium-Menschen äußern mitunter direkt den Wunsch nach Disziplin, Herausforderungen und strenger Struktur. (Natrium muriaticum sucht sie ebenfalls, Arsen besitzt diese Disziplin sowieso.) Sie wissen, daß ihr Wesen nach Anleitung und Struktur verlangt, da sonst die Diagnose lauten könnte: "Krank durch Unterforderung". Wichtig ist jedoch, daß Calcium-Menschen auch nicht
überfordert werden. Sie werden krank, wenn sie zu viel arbeiten,
langfristig unter Streß geraten oder versuchen, Streß langfristig zu
unterdrücken. Man muß Calcium-Menschen in Ruhe arbeiten lassen, dann
leisten sie von alleine eine ganze Menge; man darf sie nicht unter Druck
setzen. Wenn Calcium-Menschen allerdings zur Ruhe kommen, werden sie
absolut träge. Sie sind wie das spontane, selbstvergessene Kind, das
jeden Tag neu und frisch erlebt. Calcium resigniert, wenn es seine
Qualitäten nicht leben kann, und es wird noch passiver und träger. So
ist es eine wichtige Aufgabe für alle die, die Calcium-Menschen
erziehen (z.B. Eltern) oder sie therapeutisch begleiten, für ein
entsprechendes Mittelmaß an sinnvoller Anforderung zu sorgen, ohne zu
überfordern! Als eine der am höchsten erlösten Form des Calcium-Menschen können wir Buddha ansehen. Er wuchs in verschwenderischer Üppigkeit, als Sohn eines Fürsten, im Vorland des nepalesischen Himalajas auf. In seiner Kaste wohlgeborgen, von seiner Familie behütet, konnte er den "Strom des Essens und Genießens" in sich "hineinspülen" lassen. Eine seiner Legenden behauptet, daß er bis zum Erwachsenenalter keinen Fuß außerhalb seines geschützten Palastes gesetzt hat. (Ein durchaus üblicher Verlauf einer Erziehung in indischen und chinesischen Adelshäusern.) Er heiratete seine Kusine, die ihm auch einen Sohn gebar. Dann soll er, der Legende zufolge, eines Tages sein Haus verlassen haben, um sich in der Stadt umzusehen. Er war betroffen über den immensen Unterschied zwischen seinem satten Leben und der Armut und dem Leid außerhalb seiner Mauern. Carbonische Menschen können Armut und Leid weder sehen noch ertragen, ohne daß sie diese Bilder und Gedanken noch lange beschäftigt. Hier drang dem zukünftigen Buddha vielleicht das "Sandkorn" unter die Haut. Mit 29 Jahren verließ er seine Familie, wanderte sechs Jahre als Bettelasket umher, unterzog sich harten Kasteiungen und ließ die "Perle" in sich wachsen, bis er in Uruwela bei Gaja die Erleuchtung fand. Kernstück seiner Lehre ist der Grundsatz vom Leiden - d.h. daß das Leben unablässigem Leiden unterworfen sei - und die Absage von allen Leidenschaften. Trotzdem predigt Buddha nicht die Armut und Askese an sich. Auf seinen Abbildungen sehen wir ihn oft in carbonischer Fülle, mit dem typisch mondhaftem Gesicht, aber in sich ruhend mit einem Lächeln, das Zufriedenheit und Glückseligkeit verspricht. Die Astrologie Astrologisch betrachtet wird die Calcium-Mentalität durch das Zeichen des Krebses widergespiegelt. (8o% aller Fälle, in denen Calcium Carbonicum gut geholfen hat, waren vom Sonnenzeichen her Krebs, 2o% gar Doppelkrebs, d.h. auch ihr Aszendent stand im Zeichen des Krebses.) Der dazugehörige Planet ist der Mond. Das Symbol des Krebses stellt die Zangen des Krebses dar, ist Symbol geheimer Dinge, des weiblichen, ernährenden Prinzips. Die Stärken des Krebses sind Unermüdlichkeit, Beharrlichkeit, Bewußtheit, Sinnlichkeit, Magie, Erleuchtung, die Kraft des Mondes, die Quelle der Intuition. Die Katze symbolisiert ein anderes, höheres Symbol für den Krebs. Wird die Krebsenergie nicht harmonisch gelebt, so kann sich dies in einer extremen Zurückgezogenheit zeigen - andere vergessend, verstrickt in Gefühle, ohne mit ihnen sorgfältig umzugehen, voller Entschuldigungen, ausweichend. Der Krebs gehört den Wasserzeichen an; er ist schöpferisch, ruhig, nach innen schauend, die Mutter, das Mondkalb, es sind die seelischen Qualitäten. Er kann der Herr der unter- und überbewußten Kräfte sein, der Magier und die Hexe. Der Krebs-Mensch findet das Glück in sich selbst, in seinem Heim, seiner Familie; er findet die Antworten auf seine Fragen in diesen Bereichen, in sich selbst. Auch der Mond spiegelt ähnliche Eigenschaften wieder wie der Krebs. Er ist Symbol für Eingebungen, Emotionen, Spiegel des verborgenen Seins, die seelische Energie, das Unbewußte, Geheimnisvolle, die Verschmelzung mit allem Sein. Schon immer konnten die Menschen all die Qualitäten nicht in eine einzige Mondgöttin hineinprojizieren, weshalb es immer mehrere Mondgöttinnen gab. Im Rider-Tarot ist die Mondkarte die Karte der Imagination, der Intuition, des Unbewußten. Da der Mond nicht selber das Licht produziert, das er ausstrahlt, hat er schon immer seltsame Gefühle bei Menschen und Tieren ausgelöst. Das englische Wort für Verrücktheit, "lunacy", stammt von "luna", dem lateinischen Wort für Mond, und im Mittelalter glaubten die Menschen, daß die Seelen der Geisteskranken zum Mond fliegen würden. Auch heute beobachten einige Ärzte und Polizisten bei Vollmond ein gehäuftes Auftreten von Selbstmorden und andere Anzeichen für aufgewühlte Emotionen. Der Mond hat etwas, was Angst und Befremden auslöst, während uns die Sonne entspannt und tröstet. Wir spüren etwas in uns, aber wir können nie genau erkennen, was es ist. Wenn wir mit Hilfe entsprechender Vorbereitung oder auch Mut die Wildheit akzeptieren, die von der tiefsten Imagination hervorgebracht wird, dann bringt der Mond Frieden, der Schrecken läßt nach, und die Phantasie führt uns, bereichert um ihre Wunder, wieder zu uns selbst zurück. Um jedoch an dieses Wissen herankommen zu können, muß man erst einmal leer und empfangend werden können. Es ist wie mit einem Gefäß, das darauf wartet, gefüllt zu werden. Interessant ist, daß wir in der deutschen Sprache "der Mond" und "die Sonne" sagen, obwohl es eigentlich "die Mond" und "der Sonne" heißen müßte. Der Mond war schon immer das Symbol des Weiblichen, während die Sonne das Symbol für das Männliche war. Die Frau besitzt einen 28-Tage-Zyklus, und früher wurde der Mond für die Fruchtbarkeit als der entscheidende Faktor angesehen. Man ging früher sogar so weit zu verlangen, daß Frauen sich nicht ohne Bekleidung den Mondstrahlen aussetzten, da man annahm, daß die sie durch die Mondstrahlen schwanger werden würden. Die Mondgottheiten stellten die Beziehung zu den Naturweisheiten her, sie hüteten die jungfräuliche Reinheit und schützten und pflegten das junge Leben. Und so sind auch Calcium-Menschen sehr naturverbunden; sie sind sehr fürsorglich, und Calcium ist eher ein Mittel des Landes und der Bauern als eines des höheren Managements. Sie leben mit der Natur und folgen möglichst ihrem Rhythmus. Sie stehen früh, mit der Sonne auf, verrichten fürsorglich und unentwegt ihr Tagewerk und gehen früh zu Bett. Geht es ihnen mal nicht so gut, so gibt ihnen der Schlaf Erholung und Kraft. Weitere "Kraftquellen" sind das Beten oder das Holzhacken. Antroposophisches: Zum Schluß möchte ich kurz Aspekte des Calciums aus
der anthroposophischen Sicht nach den Lehren Rudolf Steiners anfügen.
Schlagwörter zu Calcium Carbonicum Treue,verwurzelt sein, beständig, beharrlich, stur, platt walzen, überhäufen, Dickschädel, wonnig-warmen Herzens, Knecht, Soldat, Mönch, Mond, Krebs, Familie, Kinder, Wale, Schildkröte, Linde, Suppe, Küche, singen, lieber Gott, beten, festigend, einfältig, intuitiv, Ostpreußen, Birkenstockschuhe, Wollsachen, Zwerge, Engel, segnen, Sykosis, Bauern, Geduld, Ausdauer, kleine Seen mit Enten, kitschig, konservativ, konfliktscheu, bescheiden, schüchtern, originell, dienen. Zum Abschluß dieses Arikels nocheinmal 2 Sätze, die die Qualitäten des Carbonikers gut ausdrücken: Reich: "Es ist viel wichtiger, daß man Wahrheiten erfühlt, als sie nur zu verstehen." Saint-Exupéry: "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das wesentliche ist für das Auge unsichtbar." Literaturangaben: 1) Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie von Thews,
Mautschler, Vaupel, 2.Auflage, Wissenschaftliche Andreas Krüger, Heilpraktiker
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