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VON HEILIGEM ZORN UND HEILIGER LUST


Vortrag zu CARCINOSINUM, gehalten auf dem 78. Homöopathischen Sonntag, am 21. Januar 2001, von ANDREAS KRÜGER

Ich möchte diesen Tag heute einer Gruppe von Menschen und auch ganz besonders EINEM Menschen widmen. Die Gruppe, das sind die an Krebs gestorbenen Menschen meiner Familie. Fast alle Frauen meiner mütterlichen Linie sind an Krebs gestorben: früh, heroisch, lächelnd, nicht klagend, nach einem durchgehaltenen Leben. Diese Begriffe kann man sich alle schon als Leitsymptome aufschreiben.
Ich möchte diesen Tag auch einigen an Krebs gestorbenen Schülern dieses Hauses widmen, bei denen ich dieses Sterben mit verfolgt habe, auch oft begleiten durfte, und für die ähnliche Attribute zutrafen wie für die Toten meiner Familie. Und, wie angekündigt, ich möchte diesen Sonntag einem Mann widmen, der aufgestanden ist gegen eine Gesellschaft voller Ignoranz und dieser Welt mit Radikalität entgegengerufen hat, was sie krank macht und auch wie sie geheilt werden könnte, nämlich: WILHELM REICH. Vielleicht ist er der Mensch, der am meisten das Mysterium des Krebses erforscht hat und am intensivsten und radikalsten Wege aufgezeigt hat, diesem Mysterium sein Grauen zu nehmen. Auch er ist irgendwann an dieser Welt, die er nicht retten konnte, gestorben, ist von ihr verrückt gemacht worden. Aber nichts desto trotz ist sein Werk heute noch Leuchtturm inmitten einer Flut von Theorien, Ideen, Vorstellungen, Strategien, u.s.w. zwischen Chemotherapie und Mistel.
Ich finde, dass er am klarsten und lösungsorientiertesten Wege aus dem Krebs heraus aufgezeigt hat, nicht nur individuell sondern auch global. Es sterben ja nicht nur viele Menschen individuell an einem Krebs, sondern die Welt an sich ist voll von Krebsgeschwüren. Und die Gründe sind die gleichen wie im Individuellen.
Es gibt sehr, sehr viel Basisliteratur zum Thema Krebs, außerhalb und auch ganz besonders innerhalb unseres Hauses. Hans-Jürgen Achtzehn hat dazu geforscht, nachzulesen in den „Homöopathischen Einblicken“. Auch im “Seideneder“ sind Forschungen unserer Schule mit eingeflossen. Deshalb werde ich mich, was die Leitsymptome betrifft, kurz und nur an die wichtigsten Keynotes halten, an denen ihr eindeutig und klar Carcinosin erkennt, egal ob jemand einen manifesten Tumor oder eine Carcinosinpersönlichkeit hat, oder ob er mit einer Carcinosinthematik umgeht.

Zwei Worte: Heilige Lust und Heiliger Zorn. Diese beiden Worte umschreiben die Qualität unseres Menschseins. Diese beiden Worte skizzieren den Anfang und das Ende der Carcinosinproblematik.
Zorn und Lust, Zorn vielleicht noch viel mehr, sind in unserer Gesellschaft geächtet. Nun ist heiliger Zorn etwas völlig anderes als Zorn. Und heilige Lust ist etwas völlig anderes als Lust an sich.
Ein Satz, der dies noch einmal auf den Punkt bringtm, ist dieser: „Mangel, der nicht fordert, brütet die Pestilenz aus.“ (W. Reich)
Reich nannte das, was entsteht, wenn heilige Lust und heiliger Zorn nicht sein dürfen, weil sie unterdrückt werden, weil sie verachtet werden, weil sie verbannt werden, seelische Pestilenz. Und er beschrieb, dass diese Pestilenz den Boden bildet, auf dem später der Krebs entstehen kann. Das ist jetzt alles von mir stark vereinfacht dargestellt. Ich empfehle denen, die das näher interessiert, das Studium des Reich’schen Gesamtwerkes. Für die Innerhäusigen verweise ich auf unsere Bibliothek. „Mangel, der nicht fordert“, ist ein Leitsymptom von Carcinosin. Carcinosin fordert nicht. Menschen, die dieses Arzneimittel benötigen fordern nicht nur nicht, sondern spüren nicht einmal ihren Mangel. Es ist immer wieder erstaunlich, wenn solche Patienten vor uns sitzen, und der Mangel springt uns ins Gesicht. Die nicht gelebte Lust schwitzt aus ihren Poren, und der nicht hervorgebrachte Zorn ergreift unsere Seele. Ich beschreibe immer, wenn ich über die Selbstwahrnehmung des Therapeuten rede, dass der Therapeut ständig die Ladegeräusche von „pump- gums“ hört, während der Patient lächelnd vor ihm sitzt und ihm die Demütigungen seines Lebens erzählt, ohne Vorwurf, ohne anhebende Stimme, ohne Verachtung für den, der ihn misshandelt hat. Und du als Therapeut denkst: „ohhhhh“, willst dich an Stelle deines Patienten wehren. Also frage ich dann: „wie geht es Ihnen dabei, wenn Sie das erzählen?“ Antwort: „Ach nicht schlecht, ach, wissen Sie, mein Vater war ja selbst ein Geschändeter...und selbst und selbst und selbst...“ Der Carcinosinpatient verteidigt, in fast anrührender Art und Weise, die, die ihn gedemütigt und geschändet haben, erklärt all das, was ihm Schreckliches durch andere passiert ist. Und wie schon gesagt, sein Adrenalinspiegel steigt nicht um zwei Prozent - aber dafür der des halbwegs wesensfühlenden Therapeuten.
Dieses Gefühl der „pum-gum-Ladegeräusche“ haben wir nicht nur bei Carcinosin, sondern auch bei Staphisagria, und das können wir bei einem hypotonen Sepiapatienten genauso sehen. Der Unterschied zwischen dem ersten und den danach kommenden Mitteln ist, dass der Staphisagrapatient sagt: „drei Stunden später, da wusste ich, was ich dem hätte sagen sollen, drei Stunden später hatte ich die Phantasie, demjenigen die Haut abzuziehen“. Der Sepiapatient träumt es wenigstens zwei Nächte später. Der Carcinosinpatient hat oft überhaupt keine Wut, eine wichtige Ressource, die sich selbst erst nach Stunden oder auch Tagen, in ihm melden könnte. So weit, so tief, so unendlich verschlossen, ist diese Sorge seines inneren Kriegers, wenn ich es einmal so nennen darf. Carcinosinpatienten wirken auf den ersten Blick unheimlich sympathisch, sehr freundlich und ausgesprochen sozial. Sie setzen Dich (als halbwegs bösen Menschen) mit ihrer Freundlichkeit und ihrem Altruismus, sofort in eine immense Schuld. Es sind mit die einzigen Patienten, die ungefragt in der Praxis bar bezahlen. Darum bekommt Sulfur so selten Krebs, der zahlt selbst nach der 4ten Mahnung nicht, du musst ihm schon Deine Schlägertruppen auf den Hals hetzen, dass Du überhaupt einmal 10% Anzahlung bekommst. Pulsatilla bringt beim zweiten Mal einen Blumenstrauß mit. Carcinosin schon beim ersten Mal, meistens leider nur Beerdigungsblumen. Und selbst wenn du in der Praxis den größten Fehler machst und Mittel wie Lycopodium, Sepia, oder Medorrhinum schon fünf Minuten später reagieren würden, (bei Lycopodium spätestens über seinen Anwalt), sitzt Carcinosin dir immer noch gegenüber und sagt: „Herr Krüger, so etwas kann doch passieren. Es war das falsche Mittel, in Ordnung, die Rechnung war doppelt so hoch, okay, aber es wird schon richtig sein, irgend etwas habe ich da scheinbar zu BEZAHLEN...“ Du hast ihn nicht zurückgerufen, als er dich, schwerstkrank, um Rückruf gebeten hat. Sein Kommentar daraufhin: „Ach, Sie haben doch selbst so viel zu tun.“ Und du wirst dann irgendwann wütend auf ihn, weil er so „unaushaltbar“ freundlich ist. Das ist die klassische Therapeutenwut, wodurch der fühlende Therapeut irgendwann einmal die Wut seines Patienten wahr nimmt. Das kennen wir gut von Natriumpatienten, die wir eines Tages wegen ihres dauernden Nörgelns schütteln wollen. Das erleben wir hier bei Carcinosin, da wir als Therapeuten ein schlechtes Gewissen bekommen, weil wir einem so freundlichen Menschen gegenüber so scheinbar widerwärtige Gefühle entwickeln.
Spätestens seit Hans-Jürgens 7-Schatten-Fragen in der letzten Ausgabe der Homöopathischen Einblicke wissen wir natürlich, dass wenn wir wütend werden, leidenschaftlich wütend werden, der Patient in uns unsere eigene nicht gelebte, unsere unterdrückte Wut anspricht.
Heiliger Zorn ist anders und absolut tumorprophylaktisch. Heiliger Zorn ist heftig, kurz und mächtig. Heiliger Zorn ist zu tiefst aphrodisierend, verbindend, Freundschaft schützend und fördernd. Viele Menschen haben Angst, dieses Gefühl zu haben, weil sie meinen, dass Zorn entzweit. Und das stimmt, wenn er nicht heilig und heilend ist.
Ich selbst dachte lange, lange Jahre meines Lebens, wahrscheinlich in bester Linienfolge meiner mütterlichen Vorfahren: „wenn man sich liebt, streitet man nicht“. Das war ein Credo meiner Mutterbeziehung. Selbst wenn wir nur die Andeutung eines Streites hatten, haben wir uns abends Zettelchen geschrieben. “Wir sind wieder gut.“ Das habe ich mit meinen ersten Lebensgefährtinnen weiter so gemacht. Ich habe zum Glück keinen Krebs bekommen, und mit 31 Jahren habe ich dann eine Frau kennen gelernt, die mich das Streiten gelehrt hat. Mit 34 Jahren bin ich zum ersten Mal nach einem Streit eingeschlafen, ohne mich vorher mit meiner Frau zu vertragen. Länger als drei Tage schaffe ich es immer noch nicht, einen Streit auszuhalten, aber drei Tage haben, was das Carcinosin betrifft, schon eine ganz gute Prognose.
Mit Carcinosinkindern haben die Eltern oft ein halbes Jahr lang nicht gesprochen, und die sind trotzdem nicht im Vorwurf gegen ihre Eltern.
Heiliger Zorn:
Ich habe diesen heiligen Zorn erst in meinen Therapien kennen gelernt. Ich durfte zu Beginn meiner Ausbildung mit einer energetisch- analytischen Therapie anfangen, und die war vor 22 Jahren noch etwas härter als heute. Wir saßen stundenlang, Teppichklopfer schwingend, vor großen Schaumstoffblocks und hauten, bis wir Blasen an den Fingern bekamen, schrieen den unterschiedlichen Menschen unsere Wut ins Ohr. Da merkte ich auf einmal, dass ich in unendlicher Wut Menschen fast mit dem Gefühl begegnete, ich könne sie jetzt töten.
Wenn dies in einem therapeutisch umrahmten Raum stattfand, war es eine immer wiederkehrende Erfahrung, dass ich fünf Minuten später lachend, weinend, glucksend, genau diesen Menschen umarmen konnte. Das war in den ersten 25 Jahren meines Lebens unvorstellbar.
Ich habe das große Glück, an diesem Haus eine geniale Dozentenfamilie um mich zu haben, und eine hervorragende Supervisorin. Wir treffen uns einmal im Monat, tauschen viel aus, und gelegentlich auch einmal heiligen Zorn. In der Supervision war natürlich meine Angst erst einmal besonders stark: Was passiert, wenn ich mich mit dem Dozenten, der meinen Zorn erregt hat, oder auch umgekehrt, dessen Zorn ich erregt habe, wenn wir uns jetzt erbarmungslos streiten? Bricht das ganze Haus auseinander?
Ich habe erlebt, dass ich Menschen, von denen ich dachte, ich bin mit ihnen im Reinen, wutschnaufend gegenüber saß, dass wir uns teilweise wirklich anbrüllten, und die Therapeutin ruhig die Sache betrachtete. Ich wusste, sie ist dabei, und es ist für mich noch sehr wichtig zu wissen, es ist eine dabei, die uns den Raum gibt. Da ich es auch heute noch nicht ganz alleine schaffe, bin ich so ein Supervisionsfanatiker. Ich habe es immer wieder erlebt, dass die Supervisorin es schaffte, das zum Vorschein zu bringen, was fast immer hinter einem dem heiligen Zorn liegt: tiefe Liebe, tiefe Zuneigung, und tiefes Annehmen.
Die Intensität, die wir hier an diesem Hause auch als Dozenten erleben dürfen, und das wiederum schafft ja unseren Schülern auch den Raum, dass sie es erleben dürfen, hat viel damit zu tun, dass wir gelernt haben uns nicht nur unsere Liebe, sondern auch unsere heilige Wut zu zeigen, und das wiederum schafft auch unseren Schülern den Raum selber so etwas zu erleben.
Und hHinter dieser heiligen Wut, so heftig wie sie auch war, und so destruktiv, wie sie war, war stand immer- - und das ist das Typische für eine heilige Wut - Liebe, vertiefter sozialer Kontakt und großartiges Verständnis. Wenn ihr einmal wirklich erlebt, dass ihr nicht runterschluckt, sondern heftig und kräftig zeigt, was Euch zornig gemacht hat, werdet ihr immer erleben, dass dieser Aufschrei an Gefühl kurz ist und ihr danach sehr erleichtert und viel mehr im Kontakt seid als vorher. Dieses ewige Nörgeln, dieses ewige Nachtragen, dieses ewige Intrigen schmieden und irgendwann das Verlangen, sich mal gegenseitig zu vernichten, ist die Folgeentsteht, wenn die heilige Wut nicht sein darf. Reich geht so weit, dass er sagt: „der neue Mensch wird bewaffnet sein, denn so lange es noch emotionale Pestilenz auf diesem Planeten gibt, wird der neue Mensch seine Kolonien der Liebe verteidigen müssen.“ Bürgerlicher Pazifismus war immer eines der Reich’schen Schimpfwörter. Carcinosinkranke sind leidenschaftliche Pazifisten. , Aber aber aus einem Wutverbot heraus. N und nicht unbedingt aus einer tieferen Einsicht. Die tiefere Einsicht ist oft nur die Ideologisierung ihres Verbotes. Der Carcinosin geheilte Mensch wird sich verteidigen können, aber er wird nicht ausrotten, er wird nicht schänden, er wird nicht brandschatzen und er wird keine Völker eliminieren. Er wird, wenn er angegriffen wird, diesen Angriff zurückweisen. , Aber aber er wird nicht keine Präventivkriege führen. Wir haben ja des öfteren schon von unserem hochverehrten Sven Einblicke in die Ideen des Rhizomatischen Denkens bekommen dürfen. Und einer dieser Einblicke, die wir bekamen, war, dass z.B. primär nomadische Gesellschaften sich immer ein wenig sich bekämpfen, dass sie immer ein wenig miteinanderbisschen Krieg führen, . wenn Wenn wir uns z.B. nur die nordamerikanischen Indianer ansehen, waren sie (bevor die Weißen eingedrungen sind) ein weitestgehend von Tumoren (bevor die Weißen eingedrungen sind) ein bei weitem verschontes Volk . Genauso wie bei den Maoris vor dem Eindringen der Weißen angeblich bösartige Tumore unbekannt waren. Die Maoris hatten wunderbare weiße Zähne. Alle aggressionsgehemmten Menschen haben schon recht früh in ihrem Leben schlechte Zähne. Stellen wir uns eine Pazifistische Familie im sechsten Glied: vor: da kommen die Kinder teilweise schon mit schwarzen, stummeligen ersten Zähnen schwarzen Stummelchen als erste Zähne in die Praxen. Also Wir können sagen, daß Christentum und Zucker ist auf alle Fälle nicht gut für die Zähne sind. Inwieweit das Ob es sich dabei auch um krebsauslösende istMomente handelt, wage ich hier jetzt nicht zu behaupten. Maoris und Lakotas hatten wenig Krebs. Aber sie kannten den heiligen Zorn. Und der heilige Zorn war kräftig. Das führte nicht immer dazu, dass der Gegner getötet wurde, es war für einen Lakota schon sehr ehrenhaft, dem Gegner fünf PonnysPonys zu klauen und ihn mit seiner umwickelten Lanze vom Pferd zu stoßen. Aber ein Leben ohne Kampf, ohne Aggression war für einen Lakota wie für einen Maori unvorstellbar.
Also Wir sehen, im Rhizomatisch- nomadischen wird immer ein bisschen bekriegtgab es öfters Krieg. Nur das Städisch- sesshafte führte den angeblichen Frieden ein. Dafür wird die Welt umgebracht. Und wWenn dieses Gestaut- aggressive dann irgend wann einmal im Sesshaften durchbricht, wird werden Völker ausgerottet. Rhizomatische Kulturen, nomadische Kulturen kennen keine Ausrottung. Sie kennen heftige, entzündliche Reaktionen. Entzündung, und Fieber ist sind das beste Prophylaktikum für Carcinome, . Carcinomkranke, sprich Carcinosin- Kranke, auch ohne manifestes Krebsgeschehen zeigen jahrelang kein Fieber und sind auch noch ganz stolz darauf. Jahrelang herrscht Frieden und danach folgt die Ausrottung. Das ist ein typisches Krebsphänomen.
Jahrelang Frieden: Love und PeasePeace, holländische Soße mit Dinkelreis. Wir sind alle Vegetarier, weil wir so friedlich sind. Es gibt in Indien eine Sekte, in der die Menschen haben einen Atemschutz vor ihrem Mund haben, damit sie nicht keine Mikrobakterien Mikroorganismen einatmen, aber nicht zu ihrem eigene Schutz, sondern zum Schutz der Kleinstlebewesen Mikroorganismen die sie ja, nur vom durch das Luftholen aus Versehen verschlucken könnten. (Andreas Haut schlägt mit der Hand kraftvoll auf das Pult) Diese Handbewegung ist ein Massaker. Ich bin gerade unendlich schuldig geworden. Ich schätze, ich habe gerade 17 Milliarden Kleinstorganismen getötet. Mit jedem Atemzug werde ich zum Massakrierer. Jedes Streichen über meine Haut tötet unendlich viele KleinstlebewesenMikroben. Selbst wenn ich esse, werde ich zum Mörder. Leben ohne Boshaftigkeit - im herkömmlich ethisch-moralischen Sinne - führt ganz schnell aus dem Leben heraus. Die GUTEN MÄDCHEN KOMMEN IN DEN HIMMEL. , und dasG ganz schnell. DIE BÖSEN KOMMEN ÜBERALL HIN. Das Heilmittel für den Krebs ist die Bosheit. Ich benutze dieses Wort heute etwas bewusst provokativer. Ich denke, ihr werdet verstehen, was ich meine. Warum? Weil der Carcinosin- Kranke alles sein möchte, nur nicht böse. Diese Sektenmitglieder in Indien, die keinem Insekt etwas zu leide tun dürfen, haben einen Besen, mit dem sie vorsichtig den Boden vor sich her kehren, damit sie ja nicht aus Versehen ein Kleinstlebewesen tot zu treten. Was für eine Illusion! Trotz all dieser vorsichtigen Maßnahmen macht sie jeder Schritt zum Massenmörder. Lakotas haben sich über diese Dinge wenig Sorgen gemacht. Aber 3000 Jahre indianische Besiedlung Nordamerikas hat dieses Land nicht 1 Prozent so nahe an den ökologischen Untergang gebracht wie die letzten 100 Jahre angelsächsisch-christlicher Besiedlung. „Und wWir sind natürlich viel friedlicher wie als die Indianer, wir sind ja Humanisten. Das waren ja barbarische Wilde. , Die die hatten sogar Sklaven.“ Früher haben Und ddie Maoris nach hatten, wenn eineeiner Schlacht geschlagen war, als erstes die überlebenden Gefangenen aufgegessen, um ihr Manna zu inkorpuriereninkorporieren. Danach haben sie die Tochter des soeben AufgegessenenVerschlungenen geheiratet, und mit dem überlebenden Bruder ein Bündnis gegen den Neffen, der noch einen intakten Gral auf der anderen Seite der Insel hatte, geschmiedet. Und mitMit den Kriegern, die sie nicht aufgegessen haben, haben wurde sie abends schon wieder gefeiert und die nächste Waffenbruderschaft geschlossen. Auch die Maoris haben sich nie ausgerottet. Sie hatten keine EiweissproblemeEiweißprobleme – logisch bei dieser Art von Feindverkostung - sie haben ulkiger seltsamer Weise kein BSE bekommen. Das scheint also nichts mit dem Verzehr der eigenen Rasse zu tun zu haben. Und wenn man sie so angucktanschaut, waren sie waren ziemlich kräftige Burschen.
Also, iIch gehe hier vielleicht etwas in die Überzeichnung, um das Problem darzustellen, aber das möge mir vergeben werden.
Heiliger Zorn ist heftig, ist wie ein hohes Fieber, ist wie ein platzendes Furunkel. Aber danach geht es einem besser. Antibiotika unterdrücken den Furunkel, und diese aggressive, heilende Substanz, die da im Furunkeldrin istsitzt, dieser heilige Eiter, muss resorbiert werden und , bleibt im System und vergiftet dich nur noch tiefer. Also,Deshalb möchte ich möchte euch ermutigen, euch Räume zu schaffen, wo in denen heiliger Zorn sein darf.
Und wWer das diese Wut einmal erlebt hat:...., denkt in dem Momentdu denkst wirklich, du er würde den anderen jetzt umbringst bringenden jetzt um, und alle,, die zugucken, denken, : „oh mein Gott, bevor die wieder miteinander Bier trinken gehen, das dauert es ja bestimmt 10 Jahre, “. So etwas habe ich erlebt in unserer Supervisionsgruppe erlebt. Und fünf Minuten später standen sich diese beiden Menschen , ich war dabei, gegenüber. Unsere Supervisorin sagte zu dem einen, nachdem der Zorn etwas verraucht war, na was willst du denn deinem Gegenüber eigentlich vom Andreas sagen? Und seine Antwort war: „Dass er mich in den Arm nimmt“. Und dann standen zwei Kerle, die gerade noch dachten, sie sind seien Preisboxer, sich knutschend umarmend in der Ecke. Das ist heiliger Zorn. , - Keine keine 20 Jahre langen Nörgeleien. , - Kein kein ständiges nur Sagen, was nicht stimmt. , - Kein kein Unterdrücken und dafür später ausrotten.

Heilige Lust ist ähnlich heftig wie heiliger Zorn. Sie Iist ähnlich elementar, ähnlich archaisch. Das Hhat wenig zu tun mit Hölderlin- Poesie zu tun. Die Solche Lyrik entsteht wahrscheinlich erst dann, wenn die heilige Lust nicht sein darf . Einige deutsche Dichter haben uns zuliebe ihre heilige Lust geopfert. Bonobos schreiben tatsächlich keine Poesie. , Aber aber sie leben ständig in jeder Stunde dreieinhalb Minuten ihre heilige Lust.
Heilige Lust ist fast genau so verbindend, genau so sozial, fast wie der Zorn, und ihre Unterdrückung, ihr „Nicht- leben- dürfen“ führt genau so sicher zum Krebs.
Ich bin ja als Doppelkrebs und Calcium-, Lac- caninum- und Pulsatilla- Aspektierter ein großer Vatersucher, Gottsucher, Lehrersucher, Gurusucher. Und sSo bin ich in meinem Leben mit einigen Gurus konfrontiert worden, und mir war ist aufgefallen, dass viele von denen so früh sterben. Abatschi,, Babaji, Rama VivakrishnaKrishna, Yoga kanandaananda, starben als junge Kerle. Unser alter Oschu Osho hat wenigstens noch ein bisschen länger gelebt. , Aber aber viele von den ganz Guten, den ganz Reinen, von den ganz Heiligen sind sehr früh gestorben. Ganz früh gestorben. Und . iIch habe mich immer gefragt: , wie das denn kommtsein kann das denn: so gute Menschen, so heilige Menschen, warum sterben die so früh, und der ein alter SaftsackSchwerenöterSchürzenjäger, Bezirksbefruchter und mächtiger Trinker, der lebt 95 Jahre? Bert Hellinger hat mir darauf einmal eine Antwort gegeben, indem er sagte: „ Askese missachtet die Erde, entehrt die Mutter und ist eigentlich Hochmut.“
Wir haben hier in unserem Hause das sogenannte „Stecker- Steckdosen – Hingabe- Model“ entwickelt. Für alle die, die davon noch nie gehört haben, hier eine ganz kurze Ausführung: Also Stell Dir vor, du bist die Lampe, du hast einen Stecker, und jetzt willst Du dir für deine Lampe Licht Strom holen. Du Da musst du also den Stecker in die Steckdose stecken und dann leuchtet deine Lampe.
Im Übertragenen Sinne ist Ddas Nehmen der elterlichen Linie ist die Grundvoraussetzung, damit du halbwegs leben kannst, was deine, also dich in die Familiensteckerdose betrifft zu stecken. Väterliche r Steckerdose, mütterlicher SteckerSteckdose. Das ist das Primärstecken. Und dann gibst gibt es diese Stecker Steckdosen noch für die Liebe, für den Beruf und für vieles mehr. Diese Steckerkontakte gibt’s gibt es auch für spirituelle Entwicklung. Auch dDa brauchst du ebenso einen SteckerDose, in die du denn dudeinen Stecker stecksthineinsteckst steckst, nämlich primär einen Steckerdie deines Gurus, deines Lehrers, deines Meisters, um mittels seiner Energie, seines Stromes, deine Lampe zum Leuchten zu bringen. Viele Leute fuchteln ihr Leben lang mit ihren Steckern vor ihren Steckdosen herum, diskutieren mit diesen Steckdosen, ob sie gut oder schlecht sind, werfen den Steckdosen in jahrelanger Therapie vor, dass sie sie nicht beachtet habenwurden- . als wenn eEine Steckdose beachtet nicht, eine Steckdose ist daexistiert einfach-. D, darin ist der Strom drin. Es ist der Steckdose sogar relativ egal, ob du sie dich in sie einsteckst oder nicht. Ich habe mir das von Hans- Jürgen erzählen erklären lassen: die Steckdose leidet nicht darunter, wenn du sie nicht steckstbenutzt. Die Sie hat davon keinerlei Nachteile davon, wenn sie nicht gesteckt gebraucht wird. Und dDu kannst von einem Therapeuten zum anderen rennen und darüber diskutieren, ob diese Steckdose gut oder schlecht ist, das ist der Steckdose egal. Du kannst sie die Dose benutzen stecken und deine Lampe brennt. Punkt. Lösungsorientierte Therapie heisstheißt: „Stecker- Steckdose“. Aus. So schnell geht das. Es gibt nur eine Sache: Du musst stecken, und die Steckdose muss dem Leben adäquat sein. Also, wWer sich einen Therapeuten sucht und steckt, kommt in dessen Energie und in die Energie seiner Linie.
Wer einmal in klassischer Art und Weise eine Einweihung bekommen hat, wird erlebt haben, dass in dieser Einweihung immer das Miteinbeziehen Einbeziehen in die lehrerliche Linie des Lehrers mit mit vorgenommen wird. Als mich mein spiritueller Lehrer Salman Zalman SSchachtaer fragte, ob ich sein Schüler werden will, und ich begeistert sagtezusagte, na klar, (was kann konnte mir schöneres passieren? ), bestand die Initiation zu 95% darin, dass er mir in einem fröhlichen Singsang die Namen seines Lehrers und der Lehrer seiner Lehrer bis zum Rabbi Israel ben Eliezerm–Baal Schem Tov aufsagte und vorsang. Das waren ziemlich viele, denn es sind inzwischen gut 400 Jahre vergangen.
Bei den Maoris bekommst du höchste Ehre, wenn du auf der Versammlung deines Stammes aufstehst, und es bis zum 19ten Kanu (auf die Kanus mit denen die Maori-Kolonisten im zehnten bis zwölften Jahrhundert über den Pazifik aus Polynesien in ihre neue Heimat kamen, führen die Maori-Stämme ihre Ursprünge zurück, und die Lieder verewigen die Namen der an der Überfahrt beteiligten berühmten Vorfahren),die Ahnenreihe deiner Leute singst, bis zu dem, der im Kanu saß.
Bei den Lakota-Indianern gibt es den Begriff „Stamm“ nicht. Das Wort „Stamm“ ist nicht rhizomatisch, sondern sesshaft. Die Lakotas benutzen den Begriff FAHNE für das, was wir Stamm nennen. Die Fahne zeigt dem Stamm, wo die Mitte seines Zentrums ist. Und die Fahne ist nicht fixiert. Sie kann mitgenommen werden, aber sie zeigt dem Volk immer, wo sich sein Zentrum gerade befindet. Die Sesshaften machen sich ewig durch Bauwerke, durch unwahrscheinliche Bauwerke. Damit versuchen wir die Ewigkeit zu fixieren, festzusetzen. Das Nomadische kennt keine Bauwerke. Nach fünf Monaten ist ein Winterlager der Lakotas wegen der vielen Ausscheidungen, die sie dort gelassen haben, zu einem blühenden Garten geworden. Nomadische Kulturen machen die Erde nicht kaputt wie die Sesshaften, die letztendlich an ihrem eigenen Mist zugrunde gehen. Du wirst später außer den vielen Blumen nichts mehr von diesem Volk sehen. Der Platz ist gut gedüngt.
Wo und wie verewigen sie sich also? Nomadische Völker leben weiter durch ihre Geschichten. Sie haben oft nicht einmal eine Schriftsprache, weil die Schrift schon wieder etwas Sesshaftes ist. Sie leben weiter und bekommen das Rhizom, das Wurzelgeflecht ihrer Ahnen durch ihre Geschichten und primär durch die Geschichten ihrer Linie vermittelt. Nomadische Völker erzählen Liniengeschichten: „Und der Vater meines Vaters...und dessen Vater, und von dem wieder der Vater......“
Selbst wir sesshaften Christen haben nomadische Wurzeln. Der Gott des Alten Testamentes ist ein nomadischer Gott. Es gibt sogar ganz am Anfang ein Stück Maorigeschichte, wo es heißt: Mahalaleel aber zeugte Jared, Jared zeugte Henoch, dieser zeugte Methusalah, und immer so weiter. Diese Ahnenreihen kann dir ein Maori jeden Abend viereinhalb Stunden erzählen, und das zuhörende Volk wird immer begeisterter, da der Erzähler so viel Wissen inne hat. Denn sie erkennen einfach, dass der Schilderer eine unendlich lange Leitung zu seinen Ahnen hat. Eine „lange Leitung“ zu haben, ist eigentlich ein Kompliment, das heißt, deine Stecker sind in einer Steckdose, deren Leitung selber vorher in viele Dosen gesteckt wurde.
Wenn wir uns an Menschen anstecken, verbinden wir uns mit der Erde. Wir verbinden uns auch mit Problemen, mit kleinen Widersprüchen, das gehört alles zum Leben. Wenn ich einen Lehrer ohne Widersprüche habe, ist das oft eine Bürde, denn dann darf ich ja auch selber keine Widersprüche besitzen. Wir wählen uns das, woran wir uns erbauen wollen, indem wir uns entscheiden, an welche Steckdose wir uns ankoppeln. Manche Menschen, und da komme ich jetzt wieder zur Askese und zur Nihilierung der heiligen Lust zurück, wollen keine irdischen Steckdosen. Irdische Steckdosen haben 220 Volt. Also suche ich mir als halbwegs normaler Mensch eine Steckdose mit 220 Volt. Habe ich die Aufgabe in diesem Leben, ein großer Herr zu sein oder ein Dieselmotor, brauche ich eine Steckdose von 380 Volt. Viele Leute sagen aber: „dass ist mir viel zu irdisch. Das will ich alles nicht, ich möchte gleich in Gottes Nähe, diese Erde....ach nein! Alles Irdische: -Frau, Körper, Liebe, Essen, - das will ich nicht. Gott will ich, Gott!“
Was machen diese Menschen? Sie suchen sich ein Kraftwerk, einen Generator, frei nach Achtzehn. Im Generatorkabel sind Sechshunderttausend Volt. Das ist Gott persönlich. Dann bohren sie das Kabel an, stecken ihren Stecker dort hinein und bekommen sofort Krebs.
Was ist passiert? (Ich hoffe, es ist kein anderer Starkstromelektriker unter euch...) Was passiert, wenn ich 600 000 Volt anzapfe und als Mensch ja immer noch Kontakt zur Erde habe? Das Problem hat sich sofort erledigt. Ich bin gut und weg. Von mir bleibt ein Häufchen irdischer Asche zurück, und meine Seele ist frei und bei Gott. Von einem Kernkraftwerk nehmen heißt: „ich bin gleich bei Gott“. 220 Volt nehmen heißt: „Hurra Erde, hier bin ich“. Jene, die sich gleich bei Gott anstöpseln, sind schnell weg, sie kommen schnell in den Himmel und ihr irdisches Sein mit all seinen schlammigen Problemen erlöst sich im Nu.
Die Nomaden wussten das. Nomaden haben fast nie Gottesbilder. Sie verehren den Wind, sie verehren den Geist Watanka. Die Bilder kommen nahezu immer erst mit der Sesshaftigkeit, das müsste man mal erforschen.
Der Gott des Alten Testamentes war noch ein nomadischer Gott. Was durfte man von ihm auf keinen Fall haben? : ein Bild. Er verbot das Bild, weil er wusste, daß die Menschen sich ihm sonst viel zu sehr mit ihren Steckern annähern könnten. Da finden wir das Kraftwerkphänomen: Was sagte er zu Jacob am Jabok, bevor Jacob zu Israel wurde, als die Sonne aufging? : „Lasse mich!“ Ihn zu sehen, das ist wie seinen Stecker in ein Kraftwerk stecken, und dann würde Jacob vergehen. Wir dürfen Gott nicht stecken. Wir dürfen Gott nicht sehen, weil wir sonst vergehen.
Der Islam, in letzter Konsequenz noch ein bisschen Nomadenreligion, verbietet auch, sich ein Abbild Gottes zu schaffen, denn es ist ein Mysterium, es ist ein Geheimnis. Es ist unwahrscheinlich toll, ekstatisch, wenn wir ihn sehen, aber es führt letztendlich zum Vergehen.
Auch ich hatte früher so ein Meisterbild von etwas ganz Reinem, ganz Perfektem, ganz Tollem, das hat sich zum Glück sehr geändert. Als ich meinen Lehrer erstmalig voll berauscht in seine Hütte brachte, war es für mich ungewohnt, weil es nicht meinem Bild von Heiligkeit entsprach. Da er dieses irdische Verhalten aber des öfteren an den Tag legte, habe ich ihn hoffentlich noch lange. Außerdem ist bei den Chassiden das fröhlich-kultische Trinken ein Teil ihres Rituals, deshalb kommt er nicht darum herum.
Also diese göttlichen Steckdosen sind ein ziemlich sicherer Weg, Krebs zu bekommen, weil sie uns enterden. Sie führen zu dem, was Bert Hellinger sagt, dass der Asket der Erde und damit der Mutter die Ehre verweigert. Und die meisten Gottsucher sind Vatersucher. Das wissen wir spätestens seit Bert Hellinger.
Das Nehmen des Irdischen, das Nehmen der Schuld, der scheinbar niedrigen Liebe, der niedrigen Instinkte, das Nehmen der heiligen, heilenden Lust, sowie des heiligen, heilenden Zorns, ist Inbegriff gesunden Menschentums. Und es ist Inbegriff einer wirklichen Krebsprophylaxe. Als harmoniesüchtiger Mensch, der ich immer noch - trotz 20 Jahren Therapie- bin, habe ich natürlich gerne Menschen um mich, die freundlich und nett sind, Blumensträuße mitbringen, oder Napfkuchen, ihre Rechnungen schnell begleichen. Das ist alles sehr angenehm. Darum musste ich lernen, dass gerade bei Carcinosin, gerade bei Staphisagria, gerade bei Silicea, das auftretende Widersprechen und Aufbegehren ein wichtigster Hinweis ist, dass es in Richtung Heilung geht.
Fallbeispiel:
Ein Patient mit einem rechtsseitigen Gehirntumor kommt zu mir, sein rechter Arm ist steif. Er wird von seiner Frau und deren Mutter begleitet. Er ist dünn, zierlich, und mager. Jede der ihn begleitenden Frauen wog ungefähr das Doppelte von ihm, sie passten mit Not auf mein Sofa, er saß in der Mitte. Da er nicht mehr richtig sprechen konnte, sprach größtenteils die Schwiegermutter für ihn. In mir spürte ich nach 2 Minuten die Pump-gun, und ich fragte dann, wie es denn dem Patienten mit seiner Wut ginge. Die Schwiegermutter antwortete sofort: „Nee, der war immer ein guter Junge“. Seine Frau sagte gar nichts. In dieser Familie herrschten klare materiale Strukturen, alle Dinge lagen bei der Schwiegermutter, was ja an sich gar nicht falsch ist. Ich glaube, ich war mit diesem Mann, auch wenn er durch die Chemotherapie und den Tumor schlecht sprechen konnte, überhaupt nicht im Kontakt. Von ihm kam kein Zeichen, weder gehaucht, noch auf sonst eine Art. Mir war relativ schnell klar, dass ich ihm Carcinosinum geben werde, so gut und friedlich und fast schon tot, wie der bei mir auf dem Sofa saß... . Ich entschied mich für Carcinosinum in der LM 120, jeden zweiten Tag ein Tropfen, und es folgte ein Phänomen, das ich schon oft erlebt habe, nämlich dass ich beschimpft wurde. Unsere therapeutische Hilfe ist dann von Erfolg, wenn uns so ein Patient nach langer Therapiezeit endlich beschimpft. Das müsst ihr ernst nehmen und ehren.
Bitte fangt nicht an lustig zu grienen und zu sagen: „hahaha endlich....!“ Das entehrt seine Wut und ist genauso schlimm wie lycopodische Zurückbeschimpfung: „wie kann er es wagen, meine jahrelangen Bemühungen zurückzuweisen“. Diese beiden Extreme von Unverständnis ermöglichen es euch nicht zu begreifen, was denn eigentlich mit dem Auflehnen – auch gegen den Therapeuten - gemeint ist. Nehmt diese Auflehnung ernst und sagt vielleicht so etwas wie: „heute spüre ich Ihre Wut zum ersten Mal sehr gut. Und sie bewegt mich“. Wenn euch diese Wut, dieser Ausbruch vielleicht sogar ängstigt, was ein gutes Zeichen wäre, dann würde ich den Patienten ermutigen, an diesem Gefühl dran zu bleiben.
Ihr könnt mit dem Aufkommen von Wut arbeiten, und das nicht nur bei Carcinosinpatienten. Das ist auch bei einem Siliceakind möglich, das seit 10 Jahren Asthma und Neurodermitis hat, aber anderthalb Stunden, ohne sich zu bewegen, bei mir auf dem Sofa sitzt. Dann erscheint seine Mutter nach der Gabe von Silicea ein paar Wochen später in der Praxis und sagt: „Schön, das erste Fieber haben wir ohne Zäpfchen überstanden, mit Belladonna C30 ging es wunderbar, sehr gut, Herr Krüger, das Asthma ist seitdem auch besser, aber eine Sache passt mir nicht: das Kind stampft neuerdings immer so mit den Füßen auf“.
Da müsst Ihr dann nur zu der Mutter sagen: „kein Problem, beim nächsten Fieber müssen sie ihrer Tochter nur wieder Antibiotika und Fieberzäpfchen geben, dann stampft das Kind auch nicht mehr auf“.
Lakotas stampfen, das gehört zu ihnen.
Bei diesem Tumorpatienten war es ähnlich. Nach vier Wochen hatte ich die Schwiegermutter am Telefon. (Leider ist es nicht immer so deutlich und heilsam, denkt das bloß nicht, wenn Ihr so etwas wie mit diesem Tumorpatienten und seiner Schwiegermutter einmal in zwei Jahren erlebt, ist das schon eine Gnade) Also die gute Frau rief an und sagte: „Herr Krüger, so geht das nicht weiter“. Ich ahnte schon Schreckliches. „In unserer Familie herrscht, seitdem mein Schwiegersohn ihre Tropfen nimmt, nur noch Unfrieden. Und stellen Sie sich einmal vor: gestern hat er mich sogar geschlagen, nachdem ich ihm zum 6ten Mal gesagt hatte, dass er das, was ich koche, auch aufzuessen hat. Da nahm er doch tatsächlich die Gabel und stach nach mir. Herr Krüger, können Sie sich bitte rechtfertigen.“ Ich fragte nur eins: „Mit welchem Arm?“ Das ist der Arm, der noch vor vier Wochen nicht bewegt werden konnte. Und ich sagte zu ihr: „Gnädige Frau: kein Problem, setzen Sie ihm das Carcinosin wieder ab, dann ist er bald wieder friedlich und auch sehr bald tot.“ Ich hatte einen mutigen Vormittag, ich habe gewagt diesen mutigen Satz zu sagen. Dann hielt die Frau kurz inne und sagte, etwas besänftigt, aber immer noch scharf. „Meinen Sie wirklich, das hat etwas damit zu tun?“ Da habe ich nur gesagt: „Na wenn ihr Schwiegersohn die Gabel hebt und Sie sticht, dann muss er doch den Arm heben können?“ „Da haben Sie recht, den kann er jetzt bewegen.“
Nach einiger Zeit kam das nächste CT, und der Tumor hatte sich tatsächlich zurückentwickelt.
Ich hatte ihn zwischenzeitlich auch zu einem meiner auf onkologischem Gebiet erfahrenen Kollegen geschickt. Alle meine Krebspatienten bekommen zusätzlich zur Homöopathie selbstverständlich auch Mistel, orthomolekulare Unterstützung, und werden natürlich, wenn möglich auch operiert und, wenn es nicht anders geht, auch schulmedizinisch behandelt.
Meine Arbeit braucht primär eines: ZEIT. Und alles, was mir Zeit gibt, um diesen Heiligen Zorn, diese Heilige Lust zu befreien, akzeptiere ich. Ich bin überhaupt kein Bioextremist. Ich weiß, dass Mistel in letzter Konsequenz den heiligen Zorn und die heilige Lust nicht beeinflusst. Sie dämmt nur den Tumor ein. Die heilige Lust und der heilige Zorn, können nur durch ein inneres Bild beeinflusst werden, das heilig und heilend ist. Durch ein inneres Bild, das uns zeigt, dass diese Erde das schönste ist, das es gibt und dass wir ausgesprochen dankbar dafür sein sollten. Wir müssen diese Erde nehmen wie sie ist, ohne wenn und aber.