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Hypericum - Johanniskraut


© Dr. Loges



Vortrag von Hp Andreas Krüger,
Schulleiter der Samuel-Hahnemann-Schule,
auf dem 28. Homöopathischen Sonntag
am 22. September 1996.

Hypericum - Johanniskraut, ist ein uns allen mehr oder minder bekanntes Mittel. Und im Verhältnis zur Bekanntheit, das es als Kraut hat, ist seine Anwendung in der Homöopathie bis jetzt eher etwas klein ausgefallen. Ich hoffe, daß wir es nach dem heutigen Sonntag mehr würdigen können und ihm auch die ihm zustehende Größe geben können, denn eine Pflanze, die in der Phytotherapie so wichtig und so groß und heilsam ist, selbst für schwerste Krankheiten, muß in der Homöopathie mehr sein als "nur" ein Mittel für Nervenverletzungen.

Wir kommen jetzt in eine Hypericum-Zeit. Hypericum, das möchte ich ein wenig erzählen, bevor wir in die Trance gehen, hat zu tun mit Licht. Es ist, vielleicht gleich mal als Standortbestimmung, unser vegetabiles Gold. Dem Gold auf der Ebene der Metalle entspricht Hypericum auf der Ebene der Pflanzen.

Was hat Hypericum mit Licht zu tun? Ein Beispiel, das man sehr leicht selbst erleben kann: Man nimmt hochdosiert Hypericum, z.B. das Standardpräparat Jarsin, ein phytotherapeutisches Präparat. Wie es z. B., und da kommt gleich der nächste Hinweis, wie heilsam Hypericum sein kann, meine AIDS-Patienten nehmen. Die nehmen davon 3000 mg täglich, d.h. sie nehmen 9 - 10 Tabletten à 300 mg. Über Erfahrungen damit werde ich nachher berichten, auch was es bedeutet, daß bei einer schweren Erkrankung ein Mittel, was angeblich "nur" auf die Psyche wirkt, so hilfreich sein kann. Für den, der im Prozeß denkt, ist es keine Frage, aber für den, der sich eher auf einer materialistischen Ebene seines Denkens befindet, ist es erst einmal völlig unlogisch. Und wenn man Du dann die 3000 mg nimmst, dann gehst Du in die Sonne. Du fährst meinetwegen nach Spanien, (da muß man es nicht nehmen, da braucht man es wahrscheinlich nicht) legst Dich in die Sonne und merkst auf einmal nach einigen Tagen, daß Du lauter braune Flecken hast. Also die Empfindlichkeit für die Aufnahme von Sonnenstrahlen wird durch Hypericum massiv erhöht. Warum ist es gerade jetzt so gut? Weil die Sonne weniger wird, es wird kälter. Es fangen die typischen Hypericum-Depressionen an.

Ihr glaubt gar nicht, wieviel Menschen unter Depressionen leiden im Herbst und im Winter, die, wenn wir sie zu den Malediven verfrachten, innerhalb von 24 h geheilt werden. Also der Mensch scheint ein Wesen zu sein, das unheimlich von der Sonne abhängig ist. Darum saufen z. B. die Isländer so viel! Um so weiter Du nach Norden kommst, um so mehr wird gesoffen, weil es denen ganz schwer fällt, im Winter ohne Sonne auszukommen, dann greifen sie einfach oft zur Flasche. Und auch zum Zucker, denn Zucker ist auch die Liebe des Vaters, der Sonne. Und da sind wir, ähnlich wie bei Aurum, beim Vater. Diese große Abhängigkeit von der Sonne ist oft, wenn wir systemisch denken, zurückzuführen auf eine tief unerfüllte Liebe zum Vater. Und Hypericum, ist was wir herausgefunden haben und in keiner Arzneimittellehre steht, ist mit dem Vater, wie wir alle, schwer verbunden, stark verbunden, aber steht mit dem Vater oft im Krieg.

Wie sind wir darauf gekommen? Weil der Regenbogen (und das haben wir in Bad Boll vor 10 Jahren herausgekriegt, die Aids-Hilfe hatte ihn noch nicht zu ihrem Symbol gemacht) das Symbol für Hypericum ist. Was ist der Regenbogen für ein Symbol, und das ist besonders interessant, wenn man es auf die Aids-Problematik einfach mal "anwendet": Er ist das Zeichen Gottes, an den Himmel gesetzt in Form eines Bogens. Es ist der Bogen Gottes, es ist der Bogen des Vaters, der den Krieg zwischen ihm und den Menschen beendet. Und er verspricht Noah, die Menschen nie mehr so zu strafen, wie er sie durch die Sintflut gestraft hat. Also der Regenbogen ist das Zeichen des friedlich gewordenen Vaters, der nach schwerer Rache Frieden schließt mit seinen Kindern. Es ist einfach eine ganz bewegende Geschichte.

Ich habe bis jetzt immer noch nicht rausgekriegt, wie die Aids-Bewegung damals zum Regenbogen kam. Und inzwischen ist ja der Regenbogen fast noch mehr geworden als nur das Zeichen der Aids-Bewegung. Ich kenne ihn aus der Zeit von Woodstock und Hippie-Bewegung; da war der Regenbogen auch das Zeichen des neuen Zeitalters, die Rainbow-Camps, wo sich Alt- und Junghippies trafen.

Er war schon immer ein wichtiges Zeichen bis zu Thomas Münzer, der gegen den Grafen von Mannsfeld mit der Regenbogenfahne gezogen ist, und auf dem Feld der Schlacht wurden am gleichen Abend, nachdem die Bauern besiegt worden sind, Tausende enthauptet. Für alle Reinkarnationsforscher unter uns: Das wichtigste Mittel für Enthauptung. Rückenschmerzen durch Enthauptung, dazu komme ich nachher noch. Also was passiert jetzt: Es gibt weniger Sonne, der Vater scheint sich zurückzuziehen, es wird dunkler, aber warum wird es dunkler?

Der Mann, dem dieses Kraut seinen Namen verdankt sagt, warum seine Sonne kleiner werden muß, damit die Sonne des anderen, die Sonne des Christus, und damit sollte man natürlich, wenn man ein bißchen den Werdeprozess sieht und nicht nackte Theologie, den inneren Christus nennen, heller werden kann. Also wir müssen unsere Augen von der äußeren Welt ein Stück wegnehmen, damit die inneren Augen geöffnet werden können für den inneren Christus.

Hypericum, drittes Mittel für Herbst- und Winterdepression. Es ist mit Phosphor eng beieinander, denkt einfach mal daran. Oder wer von euch testen kann, testet einfach, wenn ihr auf Aurum kommt, wenn ihr auf Phosphor kommt, immer auch mal Hypericum mit dazu zu nehmen.

So wie wenn man auf Phosphor kommt auch an Bismuthum denken sollte. Bismuthum, das hatte ich glaube ich schon mal auch hier gesagt, ist eines der wichtigsten Mittel, was wir nicht gekannt haben. (Wer es mal im Morrison liest, wird entsetzt sein, wie oft er es hätte verschreiben können, aber es nicht verschrieben hat, weil er es nicht kannte.)

Bismuthum ist fast bis in die Seele hinein dem Phosphor zum Verwechseln ähnlich, so daß viele Homöopathen sagen, wir können es gar nicht auseinanderhalten, wir geben zuerst einmal Phosphor und wenn das nicht hilft, geben wir erst einmal kein anderes Polychrest, sondern wir geben Bismuthum. Die ganze Angst um die Familie hat Bismuthum, das Nicht-Loslassen von der Mutter und noch stärker "Verlangen, die Eltern anzufassen und festzuhalten." Also diese Klammerkinder, die eigentlich phosphorrote Haare und Sommersprossen haben und Phosphor hilft nicht. Es muß etwas anderes sein. Da an Bismuthum denken.

Und wenn es die Depression ist, die wir von Phosphor und Aurum kennen und beides hilft nicht, dann immer an Hypericum denken. Also das Licht, die

Abhängigkeit vom äußeren Licht, bei einigen die Überempfindlichkeit gegen äußeres Licht. In der Phytotherapie ist es das wichtigste Mittel gegen Sonnenbrand. Also wenn Du Dir den Pelz verbrannt hast, dann mit Hypericum Umschläge machen. Der Lösungsweg: Das Entdecken des inneren Lichtes, wie schon gesagt. Darum lasse ich gerne meine Hypericum-Patienten, so wie meine Phosphor- und Aurum-Patienten, Meditationen machen über Kerzen; eine Daskalos-Meditation, die ich gelernt habe: Sich eine Kerze vorstellen, das Kerzenlicht sich innerlich ausbreiten lassen, über den ganzen Leib ausströmen lassen bis der ganze Körper vom Licht dieser Kerze durchhellt ist. Johanniskraut, ich habe jahrelang nicht gewußt, welcher Johannes gemeint war. Ob der Apostel oder der Täufer. Heute weiß ich es. Wäre auch schlimm, wenn man es als Waldorf-Vater nicht wüßte: Johanni ist eines der höchsten Feste an der Waldorf-Schule. Vielleicht das höchste Fest, mit unserem Johannisfeuer, über das die Kinder springen und dabei singen: "Springe durch das Feuer und werde ein neuer". Und dabei feiern wir Johannes den Täufer. Die Sommersonnenwende, wo sein Licht anfängt, kleiner zu werden, damit das Licht des Christus bis Weihnachten aufgehen kann. Der Vater, die Versöhnung mit dem Vater, der abgeschlagene Kopf.

Das als erste kleine Einführung in die Hypericum-Geschichte. Mehr Fälle, Symptome, Ideen, Meditation kommt nach der Trance.

Setzt euch für den meditativen Teil erst einmal aufrecht hin, Füße auf dem Boden stehend, den Rücken gerade, und imaginiert euch, wie aus euren Füßen Wurzeln wachsen, und in den Boden, in den Boden dieser Schule, dieses Hauses eindringen, so daß sie euch fest verwurzeln, in diesem Boden, daß Ihr fest verwurzelt seid, in diesen Boden.

Und dann, wenn du die Wurzeln hast in den Boden sprießen lassen, imaginiere dir ähnliche Wurzeln, die aus deinem Scheitel emporsprießen zum Himmel, in den Himmel emporranken und sich mindestens um die Lampe dieses Raumes, wenn nicht sogar in den Kosmos hinein hochranken und dich verankern im Himmel. Daß du mit den Wurzeln der Füße verankert bist in der Mutter, in der Erde und mit den Wurzeln des Kopfes verankert bist im Vater, im Himmel. Verankert in der Mutter, in der Erde, im Himmel, im Vater. Und spüre diese Verankerung, spüre wie das Aufrechtsitzen, durch den sanften Zug der Wurzeln wie von selbst möglich ist. Wie du dich nicht anstrengen mußt, sondern die Wurzeln dich wie von selbst aufrecht halten.Und dann imaginiere dir eine Kerze, eine Kerze, die vor dir steht, 1 - 1,5 m von dir entfernt, ruhig eine etwas dickere Kerze mit einer kraftvollen, hellen, ruhig brennenden Flamme. Und diese Kerze mit ihrer Flamme erhellt den ganzen dich umgebenden Raum, und schaue diese Flamme an und lasse dich mit deinen Augen ganz auf diese Flamme ein. Die Augen werden eins mit dieser Kerze, und mit jedem Atemzug atmest du von dieser Kerze mit ihrem Licht die Qualität und die Energie des Wortes und Begriffes "Heilung" ein. Du atmest dieses helle, heilende Kerzenlicht ein. Und beim Ausatmen zur Kerze, ihr Luft und Kraft gebend, atmest Du aus: "Frieden". Heilung, Frieden. Du spürst, wie das durch die Augen und durch die Einatmung aufgenommene Kerzenlicht viele Kerzen in dir zum Brennen bringt, erst ist der Kopf ganz erfüllt vom erhellenden und reinigenden Licht der Kerze; durch die Augen, mit jedem Atemzug nimmst du das Licht der Kerze in dich hinein. Laß' dieses Licht sich ausbreiten in deinem ganzen Kopf. Laß' es sich ausbreiten in deinem ganzen Halsbereich und imaginiere bei jedem Einatmen, wie du das heilende Kerzenlicht in dich hinein atmest. Und beim Ausatmen den Frieden, den du in deine Umwelt hineingibst. Und das Licht breitet sich weiter aus, über die Brust, strahlt in die Arme, erfüllt den Leib, die Genitalien, die Oberschenkel, die Unterschenkel und die Füße, bis du selbst fast zur Kerze geworden bist.

Spürt dieses helle Licht, spürt dieses heilende Licht, das jede Zelle eures Körpers ausfüllt, und spürt den Frieden, den ihr durch euer Heilwerden der Welt schenken könnt. Und mit diesem Erlebnis des Lichtes, mit diesem Erlebnis des Heilwerdens durch das Licht, mit dem Erlebnis durch das Heilwerden zum Frieden werden kommt wieder zurück in diesen Raum, in diese Zeit.

Im Gegensatz zu unserer sonstigen Vorgehensweise, möchte ich heute einen kurzen break machen zwischen Trance und Meditation, um kurz eine Sache zu beleuchten. Wer von euch hat chronische Nackenbeschwerden? Chronische Wirbelsäulenbeschwerden? Wer war auf den Homöopathie-Tagen zu meinem Vortrag über diesen potentiellen Kinderschänder mit Acidum fluoricum? Dazu muß ich zwei Worte sagen, weil ich dem jungen Mann, dem es mit Acidum fluoricum so gut ging, noch mal Hypericum verordnen mußte. Ich werde nicht die ganze Geschichte erzählen, nur folgendes zusammengefaßt:

Ein junger Mann kam in die Praxis eines Kollegen von mir wegen pädophiler Neigungen, denen er nicht nachgab wegen eines deutlichen Schuldgefühls, was er dazu hatte und sadistischen Träumen, in denen er Kinder quälte und diese auch schnitt. Während einer Familienaufstellung, die auf meinen Hinweis hin durchgeführt wurde, kam heraus, daß er sich in einer Nachfolgedynamik zu einem verschwiegenen Bruder des Vaters befand, der ebenfalls pädophil war, kein Schuldbewußtsein hatte und im dritten Reich einen Jungen umgebracht hatte und daraufhin von den Nationalsozialisten zum Tode verurteilt wurde. Diese Hinrichtung wurde im dritten Reich entweder durch Erhängen oder Guillotine durchgeführt. Was dazu interessant ist: In der Aufstellung, als man noch nichts von dem Bruder wußte, als er noch völlig verschwiegen war, alle, die aufgestellt waren, in ein Zentrum des Raumes schauten. Und in diesem Zentrum des Raumes wurde von allen etwas namenlos Böses ausgemacht. Also alle haben sehr deutlich die Anwesenheit des Mörderbruders des Vaters wahrgenommen. Der Patient wußte noch nichts von diesem Bruder des Vaters, jedenfalls nicht von dessen Tat. Deshalb hatte man jemanden aufgestellt, als Stellvertreter dieses namenlosen Bösen und dieser mußte innerhalb von wenigen Minuten ausgewechselt werden, weil er so wahnsinnige Nackenbeschwerden bekommen hatte. Er hatte sich voll in die Energie des Guilloutiniertseins hineinbegeben. Der Patient, also der junge Mann, der inzwischen keine solchen Träume mehr hat und zu einem 25-jährigen Mann eine Liebesbeziehung hat, also von all dem, was zu heilen war, geheilt war, hatte uns gar nichts erzählt von seinen Nackenbeschwerden, das kam erst, als die anderen Probleme alle irgendwie in Ordnung waren. Dann erst berichtete er von diesen Nackenbeschwerden, die er eigentlich schon immer gehabt hätte, geröntgt worden war und auch zum Chiropraktiker gegangen ist. Hypericum ist das wichtigste Mittel für Folgen von Chiropraktik. Wobei Chiropraktiker ein höchst ehrenwerter Beruf ist. Ich habe den Chiropraktikern, was meine Gesundheit betrifft, viel zu verdanken, aber guten Chiropraktikern. Es gibt viele schlechte Chiropraktiker, die irgendwie in 2-Minuten-Chiropraktik einen kalten und verkrampften, unmassierten, ungeschröpften und unakupunktierten Menschen in ihrer Praxis, ich sage mal, wieder "hin - richten". Darum können wir jetzt die Indikation für Hypericum wieder erweitern: Folge von Hinrichtung. Und was da oft passiert ist, daß die Leute nach der Chiropraktik oft mehr Schmerzen haben als vorher. Also wirkliche Wurzelreizsyndrome.

Deswegen und weil ich mich so viel mit Hypericum beschäftigte, war mir natürlich völlig klar, daß wir diesen ganzen sexuellen Bereich gut aufgelöst hatten mit Acidum fluoricum, daß aber diese Folge von Hingerichtetsein, was seine Nackenschmerzen verursachte, davon noch nicht gelöst war. Ich habe ihm also Hypericum gegeben, und es ist wirklich wunderbar. Ich habe auch eine höhere Potenz gegeben, weil ich wußte, ich mußte systemisch wirken und habe damit noch die Möglichkeit, auf seinen Nacken zu wirken und habe dann noch, auch wenn es sich hier nur um den physischen Leib handelt, Hypericum-Umschläge machen lassen. Also, wer sich nicht zu schade ist, begleitend noch andere Dinge als Kügelchen-Geben zu machen: für die Wirbelsäule ist Hypericum das wichtigste Mittel als äußere Auflage. Eines meiner liebsten nicht-homöopatischen Bücher ist von Rudolf Breuß. Er heilt, indem er die Leute auf ein Faß legt, sie Rollen läßt, bis der kaputte Wirbel oben genau auf der höchsten Spitze ist. Und dann gehen die Wirbel etwas auseinander, die Bandscheibe kriegt Luft, dann trägt er mit einem Schwamm heißes Johanniskrautöl oben auf. Rudolf Breuß ist wirklich noch ein gottesfürchtiger Mensch, der zum Glück wahrscheinlich noch nicht so viel Ahnung hatte von Klinik und Durchlässigkeiten von Membranen oder so etwas: Er hatte die Vorstellung (die ich auch habe, nur habe ich von Arne gelernt, daß das eigentlich nicht passieren kann), daß dieses Hypericum durch die Haut sickert, und er stellt sich die Bandscheibe vor wie einen Schwamm, in den das Hypericum hineinsickert. (Ist das nicht herrlich, ich würd's nicht dem Amtsarzt erzählen!) Und die Bandscheibe wird wieder groß und kräftig. Auch wenn wir nun jetzt alle wissen, es kann nicht in die Bandscheibe sickern, es hilft trotzdem genial. Heiße Hypericum-Umschläge, ich lasse es, seitdem ich von Edgar Cayce um die heilende Wirkung von Rizinusöl weiß, mit Rizinusöl 50:50 mischen, lasse es dann erhitzen und dann heiß auftragen. Also Hypericum-Rizinus-Umschläge für die Guillotinierten.

Warum erzähle ich das? Weil ich mir heute vorgenommen habe, mit euch eine Johannes-Trance zu machen.

Man kann Sterben nicht häufig genug üben. Wer sterben übt, der kann es, wenn es soweit ist. Und eine Wahrheit ist uns für uns alle in diesem Leben gewiß: Irgendwann werden wir alle sterben. Das ist einfach so. Ich kenne noch keinen, der in einem Stück 500 Jahre durchgelebt hat, der sieht nach 100 oder 200 Jahren nicht mehr so frisch aus. Also sterben werden wir alle, das ist eine ganz klare, knallharte Realität. Jedenfalls der physische Leib. Und um so öfter wir üben, es gibt im tibetanischen Buddhismus ganze Schulen, deren Exerzitium Sterbeübungen sind, um so leichter fällt es uns, wenn es dann soweit ist. Und darum möchte ich heute mit euch wieder einmal sterben üben. Wir sind schon öfter gestorben, aber heute möchte ich mit euch üben, wie es ist, durch Enthauptung zu sterben. Das kann etwas sehr Heilendes für eure Nacken haben. Und wir werden heute auch unserem Johannes begegnen. Zum Abschluß werden wir über das gehen, was für Hypericum viel mit dem Sterben zu tun hat, nämlich über die Regenbogenbrücke. Denn der Regenbogen ist nicht nur Symbol des Friedens des Vaters mit seinen Kindern, sondern er ist in der Mystik der Übergang von dieser Welt in die nächste Welt. Über den Regenbogen gehen die Seelen, geführt von ihren geistigen Helfern und Führern, wenn sie in die geistige Welt eintreten, und der Christus erwartet uns auf der anderen Seite des Regenbogens.

Zu Johanniskraut gehört eines der schönsten Märchen, mein Lieblingsmärchen, wo der Regenbogen eine ganz große Rolle spielt: "Die drei Lichter der kleinen Veronika." Veronika muß früh sterben. Hypericum ist auch ein wichtiges Mittel nach Natrium und Causticum für Depressionen nach dem Verlust von Kindern.

Wir werden unserem Johannes begegnen, wir werden selbst Johannes sein, wir werden es erleben, was Verkündigung bedeutet, Heiler sollten immer auch Verkündiger sein. Der eigentliche apostolische Anspruch und Auftrag ist ein johannischer, daß wir das Wort und die frohe Botschaft verkünden und heilen. Erst auf einem Konzil wurden Heilung und Verkündigung getrennt, bis dahin waren Heiler immer auch Verkündiger. Wir werden auch den Regenbogen sehen.

Zur Trance. Für alle, die noch nie mit uns getranced haben, noch ein kurzes Wort zum Prozedere. Wenn euch irgend etwas zu viel wird, irgend etwas unangenehm ist, ihr irgend etwas nicht angucken könnt, überhaupt kein Problem, läßt sich sofort lösen: Augen aufmachen, den ganzen Körper einmal zusammenkrampfen, loslassen, denken "du blöder Krüger, laber mich nicht voll" und schon ist der Spuk vorbei. Ich habe noch nie erlebt, daß mit dieser etwas drastischen aber sehr wirkungsvollen Art des Ausstiegs bei irgendjemanden Verwirrung geblieben ist. Eine Trance soll natürlich berühren. Letztens sagte eine Schülerin von mir, sie mache nicht gerne Trancen, da könne etwas passieren. Ich sagte, das sei der Grund, warum ich Trancen mache, damit etwas passiert. Aber ich bin mir so sicher, daß nichts Schlimmes passiert, ich mache das auch mit 400 Leuten, und auch da haben bis jetzt alle überlebt. Also eine Technik, die man machen kann, ist, daß man beim Atem bleibt. Probleme, auch energetische, seelische Probleme bei der Trance, entstehen meistens dann, wenn jemand ängstlich ist und anfängt zu hecheln, zu schnell zu atmen. Ich habe schon erlebt, daß Leute unter Trance in tetanische Zustände gekommen sind, sie haben einfach hyperventiliert. Und dies macht teilweise besonders viel Angst. Oder andere, die den Atem anhalten. Dies verursacht auch wieder eine Blockade und schneidet uns auch von der Energie ab. Also: Weder Atem anhalten noch hyperventilieren, sondern immer weiter rhythmisch atmen. Damit können wir uns mitunter durch Ängste, durch Blockaden, die in der Trance aufkommen, regelrecht weiteratmen.

Wir begeben uns in Trancestellung, um diese Reise zu unserem inneren Johannes, zu unserem inneren Täufer, unserem inneren Propheten gemeinsam tun zu können.

Ihr setzt euch oder legt euch diesmal im Gegensatz zur Meditation so bequem wie möglich hin. So daß ihr den physischen Leib, so weit es irgend möglich ist, nicht mehr wahrnehmt und der Seelenleib ganz in die Lage versetzt wird, sich lösen zu können. Lehnt euch an, laßt den Kopf einfach fallen. Legt die Hände auf die Oberschenkel, empfangend, bereit, sich meinen Worten anzuvertrauen, die Handflächen nach oben gerichtet. Und dann laßt sukzessive den Körper los. Alles, was euch am physischen Leib festhält, Verkrampfung und Verhärtung loslassen.

Als erstes den behaarten Kopf ganz bewußt loslassen, alles was ihr im behaarten Kopf an Verspannungen wahrnehmt, einfach in den Atem hineingeben.

Und dann spüre in dein Gesicht. Spüre in dein Gesicht und spüre, wo ist da die Festigkeit, wo ist hier der Widerstand gegen das Wort, wo ist vielleicht noch Trauer und Angst, die du jetzt in diesem Moment deiner Atmung anvertrauen kannst. Lege alles, was im Gesicht an Spannung und Angst und Trauer und Härte verborgen ist, in den Atem und lasse das Gesicht ganz los. Und wenn du das Gesicht ganz losläßt mit all seiner Härte, entsteht auf dem inneren Gesicht ein Lächeln. Ein Lächeln, wie von selbst.

Dann tue das gleiche mit der Halsregion. Auch hier lasse los, werde weich. Nichts muß dieser Hals im Augenblick mehr tragen, außer die Vorfreude, daß er bald abgeschlagen wird. Laß' ihn los. Einfach loslassen.

Desgleichen mit den Armen. Auch sie laß los. Leg' sie ab. Laß' sie weit und schwer und frei werden. Den Brustkorb, die Arme einfach ablegen und immer, wenn sich etwas löst und ihr wollt gähnen, jetzt tut es noch, jetzt stört es auch nicht euren Nachbarn. Jedes tiefe Gähnen löst unendlich viele Muskelgruppen. Gähnen sich verkneifen, heißt nur die Spannung verstärken. Wenn ihr Gähnen müßt, gähnt. Gähnt es aus euch heraus. Dann den Bauch, den Rücken, legt ihn ab, laßt ihn los, laßt ihn warm und weich werden. Becken, Gesäß, Anus, Genitalien, warm, weich, angstfrei. Oberschenkel, Knie, Unterschenkel, Füße, sie müssen einfach nur auf diesem Boden vertrauensvoll stehen. Sie müssen nichts machen, nichts halten, nichts arbeiten. Und wenn du in diesem entspannten Zustand jetzt bist, dann versuche auch den Rest von Widerstand gegen meine Stimme und mich loszulassen, versuche, Dich beeindruckbar zu machen.

Und dann öffne deine inneren Augen. Und heute folge mir und meinem Wort in eine Vergangenheit oder vielleicht auch in eine Zukunft , wo du ein ganz besonderer Mann, eine ganz besondere Frau sein wirst. In diesem Leben wirst du ein Verkündiger gewesen sein. Ein Verkündiger des Wortes. Du bist ein Prophet, ein Täufer, ein Lehrer, vielleicht aber auch ein Ankläger, ein Mahner, Aufrüttler, du bist ein Johannes. Schaue dir die Gegend an, in die dich meine Worte heute geführt haben. Die Zeit, Vergangenheit oder Zukunft, die Gruppe der Menschen, denen du predigst, die du aufrufst, den rechten Weg nicht zu verlassen oder wieder zurückzukehren. Ein einfacher, strenger, gottesfürchtiger Mensch bist du und deine Worte sind Worte auch der Strenge, aber auch der Liebe. Schaue dich an, schaue die Gegend an, schaue deine Anhängerschaft, Schülerschaft an, schaue die Plätze an, an denen du predigst, an denen du taufst und schaue die Menschen an, wie sie von dir berührt werden und schaue dir deine Worte an. Predige du und verkünde das Wort des Gottes, das Wort der Göttin, das Wort des Weges, und jetzt werde ich dich ein Weilchen allein lassen, damit du dir all das angucken kannst, das Leben, das Wirken deines inneren Propheten, deiner inneren Prophetin, deines inneren Johannes, deiner inneren Johanna. Johannes und Johanna, Propheten, Befreier, Gerichtete, Auserwählte.

Was ist die Botschaft, die ihr den Menschen bringt?

Was ist der Inhalt eurer Predigt? Welchem Gott, welcher Göttin, welcher Weisheit, wem dient ihr? Und mit welcher Liebe, mit welcher Hingabe, mit welcher Bereitschaft folgt ihr diesem Weg?

Betrachtet alles sehr genau, betrachtet auch eure Macht, mit der ihr diese Botschaft verkündet und schaut, wie ihr mit den Kräften des Widersachers umgehen könnt, die jeden Verkündiger bedrängen. Aber spürt die Kraft der heiligen Geister, wie sie in allen jenen wirkt, die johannischen Geistes sind. Und spürt auch den Mut, die Kraft des johannischen Denkens und Handelns, denkt an unsere große Johanna von Orleans, berührt von den Heiligen ihrer Kirche, und treu ihrer Vision bis zum Feuer. Nicht nur Enthauptung, sondern auch Verbrennung kann durch Hypericum geheilt werden. Und wenn ihr all das erlebt habt, wahrgenommen habt in euch vielleicht wieder etwas von dem alten Auftrag gespürt habt, dann stellt euch vor, die Predigt, das Taufen ist vorbei und ihr sitzt umrahmt von euren engsten Schülern, Wegbegleitern, Freunden und ruht euch aus. Fleißig habt ihr heute wieder das Amt des Menschenfischers ausgefüllt, viele Seelen sind in euer heilendes Netz gegangen, und so sitzt ihr eigentlich ruhig und zufrieden.

Und mit einmal wird die Tür aufgerissen, und sie kommen hinein euch zu holen. Söldner, Polizisten, Soldaten, Geheimdienst. Es ist eine dieser tausend Türen, die an diesem Tag aufgerissen wird, um die Gerechten zu holen. Und sie kommen zu euch und fragen euch : "Bist Du der Johannes, die Johanna? Diese Prophetin, der Prophet, Täufer, Täuferin!" Und antwortet mutig und aufrecht mit "ja". Und dann packen sie euch, zerren euch vor das Haus, laden euch auf Karren, in Kutsche, ins Auto und fahren euch weg. An einen dunklen Ort ihrer Macht.

Wie geht es euch, jetzt, getrennt von euren Schülern, getrennt von den Menschen, die euch so viel Liebe geben, dafür, daß ihr ihnen eure Botschaft gebt.

Spürt die Angst, die da ist und spürt aber auch, was ihr aus der geistigen Welt, die auch da ist, gerade in solchen Momenten der Anfechtung, für Beistand kriegen könnt.

Und sie zerren euch in dunkle Verließe, in dunkle Folterkeller, und sie tun euch weh, weil sie wollen, daß ihr widerruft. Widerruft, abschwört, zurückkehrt zu dem vermeintlich wahren Weg, für den sie so viel Böses tun. Wie geht es euch mit diesen Angeboten der dunklen Macht? Wie stark ist eure Treue zu den Heeren des Lichts? Stellt euch vor, wie es Johannes ging, als er vor den Herodes gezerrt wurde, stellt euch vor, wie es Johanna ging, als sie vor den Gerichten der Inquisition stand, sie, die Reinste der Reinen. Auch in euch stehen jetzt eure Johanna, euer Johannes vor dem großen Gericht, und ihr werdet angeklagt. Angeklagt der Irrlehre, angeklagt der Volksverhetzung, angeklagt, den wahren Glauben verleugnet zu haben.

Und schaut auf eure Richter. Kennt ihr sie? Sind sie euch in diesem Leben schon begegnet? Und hört euch die Anklage des großen Gerichtes, der großen Inquisition genau an. Atmet. Die Folter habt ihr überstanden. Nun übersteht die große Anklage.

Was werfen sie euch vor? Und wenn ihre Anklage zu Ende ist, dann könnt ihr das Wort noch einmal erheben. Was werdet ihr ihnen sagen? Was ist eure Botschaft an eure Verderber?

Und dann wird das Urteil gesprochen. Ihr werdet verurteilt, zum Tode durch das Beil. Euer Kopf soll vom Rumpfe getrennt werden, auf daß die Ruhe am Ende wiederhergestellt ist. Und sie führen euch hinaus auf einen Platz, wo viel Volk steht und ihr schaut noch einmal zum Himmel.

Geben euch die Himmlischen ein Zeichen, daß es euch leicht fällt...und ihr schaut noch einmal zu dem Volk, dem ihr die frohe Botschaft bringen wolltet, und was jetzt sich versammelt hat, um zu sehen, wie man euch hinrichtet.

Und ihr spürt noch einmal zu den Lieben, die ihr jetzt verlassen werdet und ihr fragt euch natürlich: Ist es das wert, daß ich jetzt gehe?

Und noch einmal kommt der große Inquisitor und fragt:"Willst du widerrufen?" Und noch einmal hebt stolz das Haupt, das Haupt eures Johannes, das Haupt eurer Johanna, wie er einst vor dem Herodes und sie einst vor den englischen Knechten des Henkers. Stolz und ungebrochen.

Und dann seht ihr...dann seht ihr, was alle gesehen haben in dieser Situation: Auf dem Weg zum Richtblock seht ihr, wie sich in der Welt ein Riß auftut. Und wenn ihr in den Riß hineinschaut, seht ihr mit einmal die Brücke entstehen, diese wunderbare Brücke, die Regenbogenbrücke.

Und mit einmal seht ihr, daß auf diesem Richtplatz nicht nur all die versammelt sind, die eben noch da waren, sondern ihr seht, daß auch all die versammelt sind, die euch voran gegangen sind, im Namen der Freiheit, im Namen der Liebe und im Namen des Glaubens. Wer sind sie bei euch, die euch vorangegangen sind und euch wieder abholen werden? Und ihr spürt die Kraft dieses Sehens, was denen geschenkt wird, die bereit sind, für eine rechte Sache ihren Kopf hinzugeben.

Und ihr spürt, wie man euch den Kopf auf den Block drückt...aber ihr spürt es gar nicht mehr..weil ihr im Moment eures Todes merkt, wie die Illusion des Leides vergeht. Und wenn ihr wollt, könnt ihr noch zurückschauen auf dieses Szenario des Schreckens, aber schaut nach vorne, in die Gesichter der Märtyrer und Helden, der ProphetInnen und FreiheitskämpferInnen, eurer Verwandten, eurer Kinder, all derer, die schon drüben sind, und euch jetzt einen Empfang bereiten, der euch gebührt.

Ob ihr glaubt oder nicht, ihr seid im Paradies.

Schaut euch um, laßt euch begrüßen, laßt euch ehren und laßt euch zur Brücke führen. Wie sieht eure Brücke aus? Wie groß ist sie? Wer ist der Wächter, die Wächterin eurer Brücke? Und dann steigt die Brücke hinauf. Wer geht mit euch auf diese Brücke, wer steht an den Seiten der Brücke? Und wie sieht die Welt, die ihr verlaßt von dieser Brücke aus aus? Überschreitet diese Brücke und schaut voraus, vor euch liegen sie. Die reinen Länder. Und geht die Brücke immer weiter und immer weiter bis sie den Ort erreicht, an den sie euch bringen will. Wie sehen eure reinen Länder aus? Wie sieht euer Schatz aus, der euch am Ende des Regenbogens erreicht?Ihr seid heimgekommen und am Ende des Regenbogens steht ER, ...der den Regenbogen errichtet hat: Der Vater. Der irdische Vater, der himmlische Vater, der Vater an sich. Und der Vater an sich schaut euch an und aus seinem Gesicht kommt so viel Liebe und so viel Dankbarkeit auf euch herab, für all das, was ihr in seinem Namen auf dieser Welt getan habt, für die Freiheit und das Heilwerden seiner Menschen.

Und hört auf die Worte, die der Vater zu euch spricht in seiner Liebe. Die Worte der Begrüßung, die Worte des Dankes, die Worte des Willkommens in den reinen Ländern. Horcht! Und wenn ihr sein Willkommen gehört habt, dann tretet auf ihn zu, und wenn ihr wollt, verneigt euch ein wenig, und wenn ihr wollt, sprecht mir folgende Worte nach: Geliebter Vater, ich ehre dich. Und ich habe mit großer Freude in meinem Herzen für dich auf dieser Welt, von der ich komme, meine Pflicht getan. Nichts ist schöner und befriedigender, als deine Botschaft zu verkünden, zum Wohle meiner Menschenbrüder, und ich danke dir dafür, Vater, daß ich es durfte, trotz all dem Schmerz.

Dann tretet zum Vater dazu und laßt euch vom Vater umarmen. Und wenn euch der Vater ganz fest an sein Herz gedrückt hat, geht ein Jubel um euch los, und ihr seht, daß sich alle um euch versammelt haben, alle, die Johannas und Johannese, die Gandhis und Martin Luther Kings, die Niemöllers, die Mahatmas, die Lehrer, die Märtyrer, die Gerechten der Völker, die von Anbeginn der Zeit bis zum Ende der Zeit die Bewahrer des Wortes sind, wie ihr. Heimgekehrt, heimgekehrt in die Schar der Gerechten.

Johannes, Johanna....Johanniskraut, Licht, Licht der Wahrheit.

Mit diesem Gefühl, heimgekehrt zu sein, in den Kreis derer, die immer waren und immer sein werden, spürt noch einmal in euren Nacken. Hinrichten kann auch bedeuten, daß man gerade wird, aufrecht wird. Die meisten Hingerichteten waren unendlich aufrecht. Mit diesem Gefühl der Gemeinschaft, der Dazugehörigkeit zu so vielen Aufrechten kehrt jetzt langsam zurück an diesen Ort, nehmt wieder euren physischen Körper ganz in Besitz. Bewegt den neuen Nacken ein wenig.

Johanniskraut oder perforiertes Johanniskraut, Hypericum perforatum. Der Name kommt daher, daß wenn du dir Johanniskraut anschaust (auf jeder Menge Bahndämmen etc.) du kleine Pünktchen siehst. In diesen Pünktchen sind die ölhaltigen Drüsen eingeschlossen, aus denen dann auch das Johanniskraut hergestellt wird. Es gibt eine sehr schöne Anekdote, wie diese Löcher angeblich da reingekommen sind: Der Teufel hätte angeblich auf das Johanniskraut eingestochen, weil er es so haßte. Der Teufel haßt das Johanniskraut. Johannes, der Täufer war Exorzist. Wir nennen sie noch Pionierpflanze, Liebeskraut, Sonnenwendkraut, Gottesgnadenkraut, Herrgottsblut, Jesuwundkraut - auch interessant: Das erste, was man Christus gegeben hätte, wenn man ihn als Heilpraktiker gefunden hätte und er noch gelebt hätte, wäre Johanniskraut gewesen; für die Schmerzen der Wundmale: Wichtigstes Mittel für Nagelverletzungen. Hypericum, das wichtigste Mittel für (wovor hätten wir beim Christus am meisten Angst haben müssen, daß er sich was geholt hätte, von den alten, rostigen Römernägeln?) Tetanus. Es ist das wichtigste Mittel für die Tetanus-Prophylaxe. (Ich würde bei rostigen Nägeln trotz aller Impfgegnerschaft immernoch die Impfung mit ranziehen. Ich bin mir nicht sicher genug mit dem Hypericum alleine.)

Es sind Menschen, dazu komme ich nachher noch, wenn ich das Psychogramm entwerfe von Hypericum, die sich so in ihre spirituelle Schau hineinbegeben (da ist Hypericum dem Causticum sehr ähnlich), daß sie, wenn auch schon nicht wie Theresa von Konnersreuth, Stigmata ausbilden, so doch an ihrer Gottesfreundschaft, tiefe Schmerzen leiden, Extatiker, Sucher, prophetische Menschen, die an ihrem Gott Schmerzen leiden und sich besonders mit der schmerzensreichen Seite Gottes verbinden.. Es gibt Meditationen der Herrenhuter, die ausschließlich inbrünstig über die Wundmale Christi meditieren und versuchen, in der Wunde zu sein. Ich habe einen jungen Mann in Behandlung, der aus einer sehr hohen spirituellen und sozialen Neigung freiwillig bei der Aids-Hilfe arbeitet, aber so ackert und sich aufgibt, daß er jetzt angefangen hat, MS-artige Symptome zu entwickeln. Er hat sich nur noch gekümmert. Er war so, wie wir es eher von Causticum kennen: Wer ist am kränksten, wem geht es am schlechtesten, hast du nicht noch zwei, die sterben müssen, um die ich mich kümmern kann....Bei Causticum nennen wir das das "Mutter-Theresa-Syndrom", bei ihm war es das Mutter-Theresa-Syndrom im Quadrat. Causticum hat überhaupt nicht geholfen. Nichts verändert. Da ist mir auch klar geworden: Er ist bei der Aids-Hilfe, er pflegt Aids-Kranke, also habe ich ihm Hypericum gegeben. Das erste, was er gemacht hat: Er hat seinen Stundenzeitplan halbiert, weil er gesehen hat, er schafft es nicht mehr. Er hat angefangen, Sachen für sich zu machen. Er ist mehr in die Sonne gegangen. Eines seiner ersten Erlebnisse war, daß er sich 1 Stunde Solarium gegönnt hat.

Wobei sich das kein Aids-Patient gönnen kann. Das ist auch wieder interessant: Bei Aids-Patienten, die ins Solarium gehen, verringern sich massiv die T-Lymphozyten. Reines UV-Licht ist für unser Immunsystem, wenn es zu stark ist oder wenn das Immunsystem überhaupt schon geschwächt ist, schwierig. Darum müssen Aids-Patienten, und das fällt vielen schwer, weil es oft sehr auf Ästhetik schauende Menschen sind, auf das Solarium verzichten und auch Sonnenbestrahlung sehr gering halten. Was ist eigentlich der Sinn des ganzen?

Von der äußeren Sonnenbeziehung, von der Beziehung zum äußeren Schönen über das Hypericum in die Beziehung zur inneren Sonne kommen. Es geht bei Hypericum ganz stark um das Erwecken, (ähnlich wie bei Aurum, der inneren Sonne) des inneren Vaters. Und dadurch nicht mehr so über äußere Schönheit auf die Anerkennung des äußeren Vaters angewiesen sein.

Jesuwundenkraut.

Also z. B. Theresa hat sich ja so mit Christus und seinen Wundmalen identifiziert, daß ja dann auch wirklich bei ihr diese Wundmale anfingen, zu bluten. Das ist bis jetzt immer von uns ins caustische eingeordnet worden, Differenzialdiagnose: Hypericum. Also Phosphor und Aurum, was die Sonne und die Depression betrifft. Was die religiöse Hingabe und das Aufopfern betrifft: Causticum .

Wundblume.

Hypericum ist das Mittel zur Pflege von Wunden. Wie herrlich habe ich es schon erlebt, wenn man damit Gelenkauflagen macht, oder den Dammschnitt damit zusammen mit Calendula betupft oder auch den Dammriß oder einfach auf ausgerenkte Gelenke auflegt.

Hexenkraut. Jageteufel. Hypericum, der Name. Die Pflanze, die das Objekt unserer Betrachtung ist, heißt Hypericum perforatum oder getüpfeltes Johanniskraut. Perforatum heißt bekanntlich "durchbohrt", "durchlöchert". Das Wort kommt aus dem lateinischen, und rührt daher, daß die Blätter, die ätherisch gefüllte Öldrüsen enthalten, gegen das Licht betrachtet, wie mit kleinen Nadelstichen durchlöchert aussehen. Das Wort Hypericum kommt aus dem griechischen, nämlich von "hyper icon", was bedeutet "schöner als ein Bild". Die Griechen haben wohl dieses Kraut auch schon sehr geschätzt. Die Pflanze blüht gelb, gelb ins rötliche gehend und ich weiß, meine erste Praxis war in der Grolmannstr., Eckhaus, an der S-Bahn, (die S-Bahn fuhr mir durch das Zimmer) und im Sommer war der S-Bahndamm voller Hypericum. Also Hypericum hat eine besondere Beziehung zur S-Bahn, habe ich machmal das Gefühl. Der S-Bahn-Surfer hat Glück, wenn er sofort ins Hypericum-Feld fällt. Dann braucht er nur den Mund aufzumachen.

Es ist ein ähnlich wichtiges Wundmittel wie Arnica, und man nennt Hypericum auch gerne das Arnica der Nerven. Also, was Arnica für die Muskeln ist, für die Weichteile, für die stumpfen Verletzungen, ist Hypericum für die Nerven, und Nerven sind immer beteiligt bei Schnittverletzungen, darum ist Hypericum ein Mittel, was gerne mit Staphysagria nach einer Schnittverletzung gegeben wird. Nerven sind auch immer beteiligt, wenn verrenkt wird, wenn ausgekugelt wird, wenn verbogen wird, wenn gerissen wird. Darum wird es z. B. bei Muskelverletzungen, bei Sehnenverletzungen oft gegeben mit Rhus toxicodendron. Ich habe mir etwa 11 Mal meine rechte Schulter als junger Mensch ausgekugelt, bis ich dann homöopathisch behandelt worden bin. Dann ist sie dringeblieben bis auf einen massiven Fall, wo sie wieder rausflog. Das sind Schmerzen, wo du denkst, sie bohren dir kleine Löcher in die Schulter. Also da habe ich immer Hypericum und Rhus toxicodendron bekommen.

Was sind die fiesesten Schmerzen? Wenn ich irgendwann einmal in eine Geheimorganisation eintreten würde, würde ich sofort unterschreiben "ich bin nicht folterfest". Ich bewundere alle, die folterfest sind. Bei einem Geräusch eines Foltergeräts fange ich sofort an zu reden! Ich werde euch alle verraten, aber bitte nicht das Geräusch: Bohrer.

Die fieseste Form von Folter. Dagegen sind Elektroschocks kalter Kaffee. Die besten Folterer, auch im Nazionalsozialismus, waren Zahnärzte. Zahnärzte bringen jeden zum Sprechen. Jedenfalls, wenn sie nicht gerade bohren. Sie bohren euch Nerven an. Sie bohren in den gesunden Zahn hinein, und du gestehst alles. Es gab Leute, die das überstanden haben. Es gab Leute, denen haben sie alle Zähne angebohrt und die haben nicht ihre Kameraden verraten. Das sind für mich schon Heilige. Wie schon gesagt, mich bitte nicht einladen zu solchen Geheimoperationen, ich bin zwar gerne Held, aber nicht beim Zähnebohren. Meine Zahnärzte wissen schon, wenn ich reinkomme, werden die großen Prokainspritzen rausgeholt, und ich werde so anästhesiert, daß ich drei Tage im Dschum bin! Der darf alles bei mir machen, aber ich will nichts merken. Ich bewundere die Bio-Freaks, die gehen zum Zahnarzt und lassen sich keine Spritze geben - also das hat für mich etwas Masochistisches. Hypericum, das wichtigste Mittel für Folge von Folter. Hypericum, wichtiges Mittel für Verletzungen der Fußsohle. Außer dem Zähnebohren ein beliebtes Foltermittel: Fußsohlenschlagen.

Hypericum ist auch das wichtigste Mittel für Verletzungen der "Körperanhangsorgane" könnte man sagen, alles, was vom Körper absteht und hoch nervenempfindlich ist. Also Fingerquetschen z. B. Ich kann mich noch gut erinnern: ich steige aus dem Auto, bin völlig begeistert, hab ein neues Auto gekriegt, schlage die Tür zu...und vergesse meine Hand wegzunehmen. Hypericum-Schmerzen sind Schmerzen, als wenn dir einer mit der Kreissäge irgendwo hingeht.

Ich habe es einmal im Kindergarten erlebt..., wenn Jungs anfangen, Reißverschlüsse in ihre Hose zu kriegen...Leitsymptom: Schniedelwutz im Reißverschluß. Also Verletzungen der Genitalorgane, die mit zu den Organen gehören, die am meißten mit Nerven versorgt sind. Ich hatte einmal eine Frau aus Afrika bei mir in der Praxis, so etwas werden wir hier nicht so oft haben; wer von euch mal nach genügender Causticum -Gabe nach Ghana oder Mali geht, wird das noch viel öfter erleben. Dort ist eine ganz furchtbare Praktik noch gang und gebe, die sogenannte Klitotektomie - Entfernung der Klitoris -. Dies sind Hypericum-Schmerzen. Das ist ja nicht so, daß das abgeschnitten wird und dann verheilt es, sondern da gibt es ja furchtbare Nervengeschwulste. Das ist tagtägliche Folter.

Ich habe gestern einen Vortrag gehalten über Homöopathie und ihrer Anwendung bei mißbrauchten Menschen und wie das so ist, steige ich Freitag abend ins Taxi und fahre zum Flughafen Tegel, und da höre ich eine Zahl, die mich überhaupt nicht losläßt: Täglich werden auf diesem Planeten 45.000 Kinder umgebracht, gefoltert, zu Tode mißbraucht, das Verhungern ist nicht mit dabei, das sind nur Kinder, die bewußt und willentlich durch andere zu Tode kommen. 45.000 täglich! Ich habe den Taxifahrer gefragt: "Sagen Sie mal, haben Sie die Zahl auch gehört?" Ja, er habe die Zahl auch gehört...Also das Böse hat auf diesem Planeten Ausmaße, das können wir uns gar nicht vorstellen. Diesen mißbrauchten Menschen dient eine Pflanze, die heißt: Schöner als ein Bild.

Hypericum wird 25 - 60 cm hoch, hat eine spindelförmige Wurzel, einen verästelten, mit Mark gefüllten Stengel, der kreuzgegenständige Blätter trägt, Erkennungsmerkmal: Die endständigen Blüten sind leuchtendgelb, von Kelchblättern gerahmt, ragen unzählige vorstehende Staubgefäße. Homöopathisch verwendet wird die ganze Pflanze.

Vorkommen: Das Johanniskraut wächst in ganz Europa und auch in den anderen Erdteilen. Es bevorzugt Kalk- und Urgesteinböden und wächst gerne an Wegen und Wegrändern und an Bahndämmen. (Thema Böden: Ich weiß, daß die Geomanten, anders als die Radiästhesisten, die sagen einem immer nur, wo man nicht liegen, nicht sitzen darf, teilweise Bodenstörungen heilen. Sie benutzen dafür Edelsteine, Misteln und sie benutzen dafür Johanniskraut. Ich hatte selbst eine Geomantin bei mir in der Praxis, die meine Wohnung angeguckt hat. An manche Stellen hat sie Misteln geklebt, an manche Stellen hat sie Zeichen gemalt, an manche Stellen hat sie Edelsteine gelegt und an manche Stellen hat sie Hypericum geklebt. Erdstörfelder werden dadurch umgewandelt, beeinflußt.

Störfelder machen homöopathische Antidotierung. Ich habe schon erlebt, daß ich Leute nicht gesund gekriegt habe, solange sie in ihrem Bett gelegen haben. Dann habe ich das überprüfen lassen, weil ich früher mit Radiästhesisten (jetzt mit Geomanten) zusammenarbeitete. Nachdem das Bett umgestellt worden ist oder geomantisch entstört worden ist, hat z. B. die Hüftarthrose aufgehört wehzutun. Das ist vorher bei 37 Mitteln nicht gelungen oder ich habe das heilende 38. nicht gefunden. Gerade, wenn man krebskranke Patienten hat, sollte man auf alle Fälle immer daran denken, daß man das testen läßt, ob es irgendwelche geopathologischen Störungen gibt.)

Es heilt die Wunden der Erde. Ein schönes Bild! Womit konnte man Amerika den Indianern entsiedeln? Mit Bahngleisen. Wo Bahn langgeht, kommt Zerstörung. Der Transrapid: Damit werden sie Mecklenburg entvölkern. Der Transrapid, ich möchte nicht wissen, was der für magnetische Störfelder um sich herum macht. Da werden die Kühe im Umkreis von 3 km halbschwachsinnig werden! Die Bahn, ähnlich wie eine Straße, ist auch so ein Schnitt. Die Erde, die Landschaft wird durchschnitten. Den armen Hasen werden die Beine abgefahren. Die müssen auch gleich an das Hypericum.

Johanniskraut enthält ätherische Öle, Harze, den Farbstoff Hypericin, Gerbstoff und eine gummiartige Substanz. Neben den ätherischen Ölen ist besonders der Farbstoff Hypericin hervorzuheben. Hypericin ist auch als standardisierter Extrakt in Hypericum-Extrakten drin. Da wird also nicht mehr die ganze Pflanze bei diesen phytotherapeutischen Geschichten verwandt, sondern es wird immer der Hypericin-Anteil errechnet. Der wird auch im Grunde immer angegeben.

Jarsin, hatte ich schon gesagt, ist das von mir verwendete phytotherapeutische Präparat und die Frau des ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Sozis, Frau Klose, naturheilkundliche Ärztin in Hamburg, hat herausgefunden, wahrscheinlich hat sie es ihren Aids-Patienten gegeben gegen deren Depressionen, daß da tatsächlich die T4 - Werte gestiegen sind, daß es ihnen subjektiv besser ging. Sie hat, was auch immer ein bißchen zweifelhaft ist, Untersuchungen vorgelegt, wo Leute angeblich wieder negativ geworden sein sollen. Auf alle Fälle, und wahrscheinlich durch eine Stimmungsaufhellung, hat Hypericum bei Aids-Kranken, wie überhaupt bei allen Immunschwachen, die meistens auch depressiv sind, einen positiven Effekt. (Es gibt ja keinen fröhlichen Immunschwachen, jedenfalls habe ich noch keinen erlebt. Jemand der ständig erkältet ist, ständig verrotzt ist und ständig krank ist und sagt: "Ich verstehe das gar nicht, Herr Krüger, ich bin der lustigste Mensch der Welt." erlebe ich selten. Also ich kriege eigentlich nie einen Schnupfen, wenn ich glücklich bin oder nur wenn ich völlig "zu" bin.)

Nicht zuletzt Hypericin ist es zu verdanken, daß Johanniskraut als Pflanze mit besonderem Bezug zur Sonne bzw. zum Licht steht. Weidevieh, das Hypericum frißt, bekommt an unpigmentierten Stellen Erytheme, Geschwüre oder gar Nekrosen, wenn diese von Sonnenlicht bestrahlt worden sind. Auch beim Menschen wird durch das Auftragen von Johanniskrautöl die Fotosensibilität erhöht. Es kommt zu einer erhöhten Neigung zu Sonnenbrand. Das muß man auch den Patienten sagen. Wenn sie nach Griechenland fahren, brauchen sie kein Hypericum mehr. Da geht es ihnen sowieso gut, sprich, dann sollen sie schlichtweg aussetzen.

Die Blüte mit ihren fünf leuchtendgelben Blättern hat eine besondere Bedeutung, gilt doch der Fünfstern als heiliges Symbol der Druiden. Den Namen Gottesgnadenkraut, Herzgottblut und Jesuwundenkraut stellen eine Verbindung zu den fünf Wundern Christi her. Das Johanniskraut, und das ist wieder für mich die schönste Beschreibung, soll gewachsen sein erstmalig unter dem Kreuze Christi, der Same war das Blut, was aus seinen Wundmalen heruntergetropft ist.

Johanniskraut war auch eines der fünf heiligen Kräuter der Sonnenwendner, des 21. Juni, der in vorchristlicher Zeit mit Johanni identisch war, aber durch den kirchlichen Kalender getrennt wurde. Die anderen Kräuter, die in besagter Nacht verbrannt wurden, waren Farnfuß, Beifuß, Calendula und Arnica.

Johanniskraut, Anwendung in der Vergangenheit:

Es wurde schon, wie angedeutet, bereits im Altertum von den Griechen angewendet. Viele große Heiler haben seine besondere, ganz außergewöhnliche Heilkraft zu allen Zeiten hervorgehoben. Genannt seien Hippokrates, Dioskurides sowie Paracelsus, der es eine Universalarznei für den ganzen Menschen nennt.

Die Wirkung von Hypericum hat Allen sehr gründlich und prägnant zusammengefaßt: Gestochene, geschnittene, gequetschte oder zerrissene Wunden. Smits schreibt, Verletzung der peripheren Nerven, Finger, Zehen, Nagelbett mit heftigen Schmerzen, unerträglich, schießend, lancierend. Üble Folgen von Gehirn- und Wirbelsäulenerschütterung. Zerrung des Kopfes nach hinten - Schleudertrauma - wichtigstes Mittel, wenn jemand einen Autounfall hat, Kopfschmerz mit der Empfindung hoch in die Luft gehoben zu werden. Und eine ganz wichtige Indikation: Steißbeinschmerzen. Hypericum ist ein akutes Mittel für Steißbeinschmerz, das chronische Mittel: Castor equi - Pferdeschwanz -.

Wir hatten hier, als ich damals noch mehr Anamnesen selbst gemacht habe, eine Patientin mit schlimmen Asthma. Hin- und Herrepertorisiert und nichts kam deutlich heraus. Keine seelische Geschichte. Aber sie sagte, es fing an, nachdem sie vom Pferd gefallen ist. Da habe ich sofort Hypericum verordnet. Das Asthma war nach 14 Tagen besser. Also nach solchen Fällen, Prozeß hin, Prozeß her, wenn jemand auf den Rücken fällt, der Rücken sich verschiebt, die peripheren Nerven gequetscht, irritiert werden, wirkt sich das auf die Atmung aus. Hypericum heilt die Nerven und das Asthma ist weg.

Eine Geschichte, die einige schon kennen, weil sie so imponierend ist: Eine Patientin aus der ehemaligen DDR kommt zu mir, ist Mitte 30 und erzählt mir eine Geschichte von 15 Jahren absolutem Medizinalhorror. Sie ist vor 15 Jahren auf den Steiß gefallen. Es fingen in den Beinen leichte Ausfallerscheinungen an, sie ist zum Arzt gegangen, hat ihm gesagt, sie sei auf den Steiß gefallen. Er sagte, es sei nicht so wichtig, davon könne so etwas nicht sein. Sie wurde geröntgt und es war nichts zu sehen. Es sei eher psychisch und es wurden ihr Psychopharmaka verordnet. Natürlich ist es nicht besser geworden. Dann fing es im Brustbereich an, in den Armen Fehlempfindungen. Sie wurde in die Klinik eingewiesen. Myographien, Psychopharmaka, Frührente. Dann wurde sie rebellisch, es könnte nicht so weitergehen, daraufhin wurde die Dosis der Psychopharmaka erhöht. Als sie zu mir kam, war sie fix und fertig, seelisch gebrochen, ein Wrack. Hatte mehrmonatige Aufenthalte in Psychiatrien hinter sich. Man hat ihr die Entmündigung angedroht, als sie da nicht mehr hinwollte. Es war ein Jammertal. Ich wollte ihr fast Opium geben, wegen dem vielen Terror, aber ich dachte, daß mit Hypericum der Terror auch abgedeckt ist. Dann habe ich ihr Hypericum gegeben. Erst LM-Potenzen. Dann kam sie nach 4 Wochen wieder und sagte: "Herr Krüger, es ist kaum zu glauben, oberhalb der Gürtellinie sind die Beschwerden völlig verschwunden!"

An den Beinen gab es noch ein bißchen Beschwerden. Dann hatte ich sie noch zum Esser geschickt, zum Chraniosakral, der hat gesagt, das Steißbein stand irgendwie aber nur nicht so, wie es eigentlich stehen soll. Dann hat er das Steißbein reponiert und sie konnte danach erst einmal 2 Tage gar nicht laufen. Ich habe noch einmal Hypericum gegeben zusammen mit Osteopathie, Craniosakral. Sie war noch einmal nach 4 Wochen da, seit dem hat sie sich nicht mehr gemeldet, weil ich ihr gesagt hatte, sie solle sich nur melden, wenn wieder etwas schlimmes ist. Sie war also völlig beschwerdefrei gewesen. Stellt euch doch mal vor, sie wäre schon 2 Wochen nach ihrem Sturz, als die ersten Symptome aufgetreten sind, zu jemandem gegangen, der ihr hätte Hypericum geben können! Ihr wäre 15 Jahre eine solche Biographie erspart geblieben. Das ist für mich so ein Beispiel, wo man sieht, was für Wunder passieren können und es hilft mir auch immer, andere Frustgeschichten durchzustehen, wo ich denke, mein Gott, warum hilft es nicht.

Also Wirbelsäulenverletzungen. Nervenverletzungen. Alte Kriegsverletzungen, die noch schmerzen.

Auch ein schöner Fall. Es ist schon 10 Jahre her: eine Kollegin erzählt uns über Hypericum. Wunderbare Geschichte, wo ich noch nichts von "systemisch" wußte. Sie macht eine Hypericum-Prüfung. Sie nimmt es und was passiert? Angina, dicker Hals. Eitrig, furchtbar. Und was macht sie? Sie macht erstmal gar nichts, weil sie denkt: Es ist eine Prüfung, was von selbst gekommen ist, wird auch von selbst gehen. Der Hals wird dicker und dicker. Sie versucht, mit einigen homöopathischen Mitteln zu intervenieren: Hilft überhaupt nichts. Sie denkt sich: "Oh mein Gott, soll ich jetzt ins Krankenhaus fahren und Antibiotika schlucken", ist sich aber klar, daß es eine Prüfung ist und da auch Antibiotika nicht helfen.

Dann hat sie einen Traum: Es ist Krieg. Ein Mann läuft über eine Straße und ihm schießt man durch den Hals und er fällt auf die Straße, stirbt aber nicht. Und wie das so ist, Geschwister sind energetisch sehr miteinander verbunden, bekommt ihr Bruder, der gerade im Urlaub war, mit: "Mein Gott, meiner Schwester, geht es ganz schlecht." Er kommt früher nach Hause, sieht sie da liegen. Sie erzählt ihm den Traum, er gibt Hypericum höher (C1000 oder C10.000). Innerhalb von einer ¼ Std. löst sich der Hals, es kommt Schleim und sie kann atmen. Am nächsten Tag ist es vorbei.

Was war passiert? Sie wußte, daß Papa am Hals so ulkige Narben hat, hat aber irgendwie nie gefragt, wovon die waren. Was sie nicht wußte, was aber ihr Bruder wußte war, daß ihrem Vater im Krieg genau das passiert war! Er ist nämlich über eine solche Straße gelaufen, und man hat ihm durch den Hals geschossen.

Wie eine systemische Nachfolge war ihre Prüfung, durch die höhere Potenz von Hypericum. Was nochmal ein gutes Beispiel ist, (ich denke da an eine Diskussion), wie "gefährlich" hohe Potenzen sind. Ohne diese hohe Potenz wäre sie schlichtweg verreckt. Sie hatte sich schon hingelegt und war bereit zum Sterben gewesen, sie konnte ihren Speichel nicht mehr schlucken. Dann hatte sie sich in so einer Art Ergebenheit hingelegt und sich gesagt, "na gut, dann soll es halt irgendwie sein."

Nochmal: Wichtiges Mittel für Menschen, mit Kriegsverletzungen, Schußverletzungen, überhaupt für Verletzungen, die noch nach Jahren Beschwerden machen. Ganz wichtiges Mittel für Phantomschmerz. Denkt daran, wenn ihr in der Anamnese Zangengeburten findet, Hypericum. (Nabelschnur um den Hals ist eher Lachesis aber auch Hypericum). Steißbeinschmerz hatte ich gesagt, Schmerzen, die in die Wirbelsäule ausstrahlen. Wer mal auf das Steißbein gefallen ist: es hört sich wirklich so an, als wenn Dominosteine umkippen!

Stichwunden, Tierbisse, soll Tetanus verhindern, vor Operationen immer geben, es lindert Operationsschmerzen. Seelische Reaktionen: Neurastenie nach Verletzungen oder chirurgischen Eingriffen. Ich gebe immer mit ins Krankenhaus: Arnica, Hypericum, Staphysagria und lasse diese Dreiermischung geben.

Schmerzen im Sakrum nach Zangengeburt. Bewahrt die Unversehrtheit zerrissener und zerfleischter Glieder, die fast gänzlich vom Körper getrennt sind. (Die Hand hängt an zwei Fitzelchen, sofort Hypericum und alles einigermaßen verpackt ins Krankenhaus. Selbst wenn du den Daumen erstmal suchen mußt, Hypericum geben. Wenn du den Daumen findest, ins Eis packen, ins Krankenhaus fahren und wieder annähen lassen.) Scheinbar ist Hypericum da in der Lage, sagt Smits, so eine energisch-ätherische Verbindung beizubehalten.

Augenverletzungen. Kennen wir einerseits von Symphytum aber andererseits, wenn der Schmerz sehr groß ist, Hypericum. Krämpfe nach Kopfverletzung. Ein wunderbarer Fall in Boll in der Hypericum-Woche: Ein junger Mann ist Beifahrer bei seinem Kumpel, der vollbesoffen fährt. Er greift diesem Kumpel ins Steuer, der Kumpel fährt gegen den Baum und ist tot. Er hat eine schwere Kopfverletzung. Er hat retrograde Amnesie, kann sich überhaupt nicht mehr daran erinnern, blendet seine Schuld völlig aus und bekommt stattdessen epileptische Anfälle. Jürgen sagt, ganz typisch Hypericum, und das Interessante ist, daß der Patient nach Hypericum einen sehr interessanten Traum hatte. Nämlich, daß er in einer Stadt ist und mit dem Auto aus der Stadt raus will, aber er muß immer Kreisverkehr fahren, denn in alle Straßen, in die er rein will, darf er nicht reinfahren. Es sind alles umgekehrte Einbahnstraßen. So hat er sich wahrscheinlich gefühlt in seinem Kopf. Dann hatte er einen Traum, ich stehe an einer solchen Einbahnstraße in ledernen Kniebundhosen, also als lycopodische Autorität und sage ihm, er kann in die Einbahnstraße reinfahren, er kann jetzt aus der Stadt rauskommen. Das hatte auf alle Fälle schon mal viel Lösendes für mich!

Krämpfe nach Kopfverletzungen. Wichtigstes Epilepsie-Mittel zusammen mit Cicuta. Cicuta veriosa, ein Schirlinggewächs, was auch Krämpfe, Epilepsie nach Kopfverletzung hat. Seelische Erkrankung nach Kopfverletzung hat Hypericum auch, das hat aber primär Natrium sulfuricum in seinem Bild.

Verlangen nach warmen Getränken, asthmatische Atmung nach Wirbelsäulenverletzung, wir denken an die erste Patientin, die ich vorgestellt habe.

Keuchhusten zwischen 17.00 - 22.00 Uhr.

Krampfartige Asthmaanfälle, reichliches Schwitzen verschlechtert, reichlicher Auswurf verschlechtert, Nagelentfernen durch Ärzte, z. B. bei Pilzen, auch Hypericum. Ein wichtiges Mittel nach Beschneidungen. Wir haben wenig Klitotektomien hier in Europa, aber es werden ja viele kleine Jungs beschnitten.

Ich würde es zusammen mit Arnica nach Katheterisierung geben. Die Schleimhaut ist sehr innerviert, und wer mal Kathether geschoben bekommen hat, weiß, daß man wirklich die Englein singen hört, da kann Hypericum ganz hilfreich sein.

Folge von Gehirnquetschung. Immer heftige Schmerzen, Brandwunden, Schleudertrauma, Sonnenbrand. Wunder des Überlebens, fast schon im Jenseits: Hypericum 4-wertig. Mit Causticum. Also Menschen, ähnlich wie Causticum , die Nachtoderlebnisse haben. Du bist eigentlich tot, und siehst schon die Brücke und siehst schon alle, die da stehen. Für Leute, die mit mir schon ihre 12. Todestrance gemacht haben, ist das eine alltägliche Erfahrung. Man muß sich manchmal hüten, daß man die nicht ständig um sich herum sieht, die da drüben herumlaufen. Die geistige Welt ist ja hier, hier in diesem Raum. Wir haben zum Glück selektive Wahrnehmung, weil 3 Realitäten auf einmal in diesem Raum wahrzunehmen, uns in unserem jetzigen Bewußtseinszustand überfordern würde. Wer von euch die Cassette hört oder das Buch liest von Victor Charon "Über das Leben und das Sterben", erfährt, wie Victor Charon beschreibt, was das eigentlich ist, Sterben, daß das einfach ein Übertreten ist in eine andere uns erst einmal ganz ähnliche Realität. Wenn ich die Realität der anderen Welt jetzt sehen würde, dann würden mir wahrscheinlich nicht 60 sondern 140 Leute zuhören, weil die von drüben auch zu meinen Veranstaltungen kommen können. Bloß sie können beide Welten sehen, wir können nur eine sehen. Es ist viel einfacher, als wir uns das denken. Die meisten Verstorbenen wundern sich, daß es da drüben doch so ist wie hier, nur wenn du noch ein Stück weiter gehst, das beschreibt Charon sehr schön, verändert es sich dann schon und ist dann auch nicht mehr mit unseren Worten zu beschreiben. Aber der normale Nachtodzustand ist dem unseren Zustand fast identisch. Bis hin, schreibt Charon, daß die Leute in Häusern wohnen und sich normal kleiden.

Für Hypericum-Menschen gab es schon mal so eine Erfahrung. Und darum haben diese Menschen auch oft eine große Sehnsucht zurück. Aber, was braucht denn jemand der verkündigt? Ein Erlebnis. Ein wirklicher Verkündiger ist beseelt vom heiligen Geist, hat ein tiefes Erlebnis gehabt. Ist einmal, wenigstens kurzfristig, "samadhitös" gewesen. Kennt Welten, von denen er berichtet. Jemand, der sich dies nur angelesen hat, der ist eben kein Verkündiger im Geiste des Johannischen. Nur wenn wir wirklich berührt sind von dieser anderen Welt, so wie es dem Hypericum-Patienten passiert ist, dann können wir davon berichten. Menschen, die nach schwerem Unfall sehr nahestehende Personen verloren haben, selbst aber überlebt haben. Also Verlust von Kindern beim Unfall.

Ich habe mal eine Hypericum-Aufstellung gesehen beim Hellinger. Das war wirklich so was von ergreifend! Eine Frau stellt auf. Hellinger fragt, warum es ihr so schlecht geht. Im letzten Jahr hat sie mit ihren beiden Töchtern im Garten gegrillt. Ihr Mann war nicht da. Dann hat es angefangen zu regnen. Sie hat den Grill mit ins Haus hineingestellt und hat sich mit ihren Kindern schlafen gelegt und ist morgens aufgewacht. Der Grill hatte sich wieder entflammt. Es lag rechts eine tote Tochter und links eine tote Tochter. Danach erschießt du dich wahrscheinlich. Sie hat sich nicht erschossen, zum Glück. Sie war nur noch fix und fertig und ist dann zum Hellinger gekommen. Es war eine ergreifene Aufstellung, wo ihr die Töchter gesagt haben, es ginge ihnen jetzt gut und sie haben sie entschuldet.

Das ist typisch Causticum - Hypericum. Als erstes würde ich Causticum geben, wenn das nicht hilft, würde ich Hypericum geben. Wo man denkt: "Warum habe ich überlebt?"

Gefühl hoch in die Luft gehoben zu werden, Angst vor Höhe, zu Fallen, Gefühl als ob der Kopf vergrößert sei, wenn es dunkel ist. Da muß ich kurz eine Anekdote erzählen: Eine Freundin von mir, die ich behandle, die ich auch gerade besucht habe in West-Deutschland, hatte einen eingewachsenen Pickel auf der Nase und ich behandle sie schon länger. Sie hatte schon mal Silicea von mir bekommen vor vielen Jahren. Ich sage zu ihr: "Ich würde Silicea nehmen." " Ja, warum denn das?" Sag ich: "Wegen dem Pickel." Dann ist sie auch eine ganz feine Frau, eine ganz zarte Frau, ihre Wohnung ist immer picobello. Ich muß immer meinen oberarsenigen Staubtest machen, um überhaupt etwas zu finden! Sie ist so liebevoll, bemuttert mich von morgens bis abends und ich bin immer völlig begeistert, wenn ich da bin. Dann sage ich ihr, daß Silicea sowieso gut zu ihr paßt, sie hatte immer die Wahnidee, sie sei plump. Sie ist ganz fein, aber hat die Wahnidee sie sei plump. Sie sagt aber, das sei nicht mehr. Aber ein Symptom habe sie noch. Sie hat ein ganz schmales Gesicht, sagt aber: "Ich habe das Gefühl, mein Gesicht ist so groß und grob." Habe sofort nachgeschlagen, Wahnidee von Silicea: Gesicht ist grob und klobig...Wurde abends dann besser mit dem Pickel auf der Nase.

Also, Gefühl als ob der Kopf vergrößert ist, wenn es dunkel wird. Depressionen und Psychosen. Bei Melancholie wirkt es aufhellend, es bringt Licht in die verdunkelte Seele. Kopf: Blutandrag zum Kopf mit Verletzung der Gehirnnerven, Ausfallen der Kopfhaare. Atmungsorgane: Asthma.

Besser: Nebel, Wetterwechsel und vor Sturm.

Verdauungsorgane: Heftiger Durst, Verlangen nach Wein, warme Getränke, Hämorrhoiden schmerzhaft, blutend.

Extremitäten: Ameisenlaufen, Brennen, Taubheit, Kribbeln in den Händen und Füßen, Schmerzen in Zehen und Fingern, besonders in den Spitzen.

Haut: Übermäßiges Schwitzen, Schwitzen der Kopfhaut, besser morgens nach dem Schlaf, Reizung und frieselartige Ausschläge der Haut.

(Wenn ihr ein wunderbares Basisöl sucht, entweder um es mit Pampelmusenkernextrakt zu vermengen, oder um es mit Johanniskrautextrakt zu vermengen: Hanföl. Eine wunderbare Lösung. Da ich jetzt diese Citricidal-Verdünnung mache mit Öl, nehme ich immer einen Eierbecher Hanföl und drei Tropfen Citricidal und trage es dann auf.)

Träume: Vom Abgrund, von Edelsteinen, vom Erschossenwerden, von der Jagd, vom Taufen.

Ich habe in Lanzarote Hypericum gemacht vor einem Jahr und hatte da ein wunderbares Hypericum-Symptom. Ich konnte es da natürlich auch anwenden zusammen mit Arsen, weil ich ein Feuerlauf-Seminar gemacht hatte. Ich dachte, es paßt so zu Hypericum: "Gehe durchs Feuer und werde ein Neuer." Unser Feuerläufer hatte uns mental nicht so richtig eingestellt und ich glaube auch, das Feuer war noch nicht richtig runtergebrannt. Bei den Feuerläufen, die ich kenne, gibt es glühende Holzkohlen, bei uns loderten die Flammen noch so hoch. Ich hatte meine Tochter dabei und wollte angeben und hatte mich deswegen gleich zum Anfang gemeldet. Ich dachte: "Wenn der erste im Feuer liegenbleibt, läufst du nicht mehr rüber."

Und dann habe ich einen Fehler gemacht, aus lauter Angst wahrscheinlich, die ich mir selbst nicht zugegeben hatte, weil ich meiner Tochter imponieren wollte: Ich bin gesprungen. Und das ist das Falscheste, was du machen kannst. Ich habe mir sofort die Wade gezerrt.

Ich hatte Glück, ich hatte nur eine Wadenzerrung und 4 Brandblasen. Da haben sich welche an diesem Abend so die Füße verbrannt! Außerdem soll man kein Feuerlauf, das sagen die Spezialisten, auf Lanzarote machen. Da reicht schon die Insel an sich. Aber ich kenne auch Feuerläufe mit 30 Leuten, wo keiner eine Brandblase hat.

Wir haben uns also gleich Aloe vera um die Füße gemacht und Hypericum genommen.

Träume vom Regenbogen.

Regenbogen auf dem Briefpapier, Regenbogen auf der Visitenkarte, Regenbogen auf dem Auto, Regenbogen im Kindergarten, massive Häufung des Themas Regenbogen. Eine Mutter, die auch ihr Kind verloren hat. Ihr ist das Kind auf einem Regenbogen erschienen und hat gesagt: "Mama, wein nicht mehr so viel, sonst kann ich nicht schlafen." Kennt ihr das Märchen vom Totenhemdchen? Dieses Märchen habe ich bestimmt schon ein halbes dutzendmal in den Träumen meiner Patienten wiedererlebt. Wahrscheinlich schreiben die Märchenschreiber auch nur Träume auf.

Folter: Auf Fußsohlen geschlagen werden, auf Fußsohlen gebrannt werden. Habe ich auch einmal erlebt, als ich einen Traum hatte über eine Existenz als junge jüdische Frau, die von Kreuzrittern gefoltert wird. Da hat man mir auch heiße, glühende Eisenstäbe auf die Fußsohlen gelegt. Eine typische Hypericum-Szene. Als Ergänzung: Martin Bomhardt in der "Symbolischen Materia Medica" nennt eine wunderbare Hypericum-Gestalt: Jeanne d'Arc. Johanna von Orléans. Sie müßte eigentlich auch einen Regenbogen-Banner gehabt haben.

Johannes, Johann, Hans, Hannes, Jan, Jens, John, Joe, Johnny, Jack, Ian, Sean, Ivan, Giovanni, Gianni, Juan. Abwandlungen des Frauennamens Johanna, Hanne, Hanna, Hanni, Jeanne, Jane, Janine, Jenny, Janet, Joan, Jessi, Janina, Ivana, Javonka, Giovanna, Gianna, Gionita. Außerdem gehört meiner Meinung nach noch der Name der griechischen Götterbotin, die gleichzeitig die Göttin des Regenbogens ist und in einem wichtigen symbolischen Zusammenhang mit diesem Mittel steht, unbedingt auf die Liste der Hypericum-Namen. Dieser Name ist Iris. Iris heißt die Regenbogenhaut. Also können wir noch mit hineinnehmen: Verletzungen der Iris.

Dann ein Johanniskraut-Künstler. Die Bilder erinnern mich immer sehr an Hypericum. Das ist für mich Hundertwasser. Thema Wunde: Schuldgefühle nach Abtreibung: Hypericum 4-wertig. Schuld am Tod der Kinder sein. Paracelsus sagt, es gibt kein besseres Mittel für Verletzungen wie Johanniskraut.

Jetzt zu dem angekündigten Fall.

Hypericum, oder der Kopf des Johannes, oder eine verrückte aber heilsame Geschichte:

Der Patient war seit mehreren Jahren bei mir in der Behandlung. Durch homöopathische Mittel war er von einem Kopfschmerz befreit worden. Ich hatte ihn animieren können, Leibtherapie und Bioenergetik zu machen. Was aus dieser Zeit aber übrigblieb, und sich als völlig therapieresistent darstellte, war ein HWS-Syndrom mit Nackensteifigkeit. Immerwieder auftretend, Schiefhals, starke Bewegungseinschränkung. Langwierige chiropraktische Interventionen hatten nur kurzfristig geholfen und außer einem jetzt chronischen Knacken der HWS keine bleibenden Ergebnisse erzielt. Intensivste neuraltherapeutische Intervention und Akupunktur-Behandlung hatten an ihm versagt. Auch ich hatte in meiner Hilflosigkeit begonnen zu akzeptieren, daß andere Sachen gemacht werden mußten, denn diverse Versuche, mit einem Dutzend homöopathischer Arzneien für die Hals-Geschichte waren erfolglos geblieben.

Der Patient war im sozialen Bereich tätig, ein sehr pastoraler Mensch. Er wollte auch gerne Pfarrer werden, es war einer seiner Berufswünsche gewesen. Hatte er aber nicht gemacht, weil er weder griechisch noch lateinisch konnte und auch Angst hatte und auch aus reinem Egoismus, weil ihm die Kirchen immer so leer waren. Er lehrt auch im Bereich der Sozialarbeit. Aber eine Sache, und das fand ich immer spannend, wenn ich ihn fragte, ob nichts übrig sei, wo er traurig ist, daß er nicht Pfarrer geworden ist. Und da sagte er, ja, nämlich die, daß er nicht taufen kann. Er hatte ein ausgesprochen starkes Taufverlangen. Kein Wunder, wie wir nachher feststellen werden. (Verlangen nach Taufen 4-wertig!)

Die Pfarrer haben zwar sonntags nicht wie wir hier 50 - 60 Leute, aber meine Freundin in der Martha-Gemeinde hat heute wieder 12 Damen im Gottesdienst gehabt! Aber sie dürfen wenigstens taufen. Sie dürfen beerdigen. Alle diese wunderbaren Sachen, die uns verwehrt sind. Wir werden uns mal einsetzen für die Wiedererlangung der sakralen Akte für Heilpraktiker.

Im Zustand großer Frustration kam der Patient wieder zu mir und sagte, er hätte da so ein Angebot bekommen, zu einem amerikanischen Heiler zu gehen. Kennt ihr die Therapiemethode "Releasing"? Wird von einem Amerikaner gelehrt. Doc Lindwall. Ein ganz liebenswürdiger Mensch, total medorrhinisch würde ich sagen. Da mußte man bei der Behandlung liegen. Manchmal hebt er die Patienten und er küßt sie und sagt: "Yeah, just now you are real!" Da kannst du keine Schmerzen mehr haben, um diesen Mann nicht zu enttäuschen! Der lehrt diese Methode, die eigentlich völlig einfach ist: Du erinnerst dich zurück durch Reinkarnationstechniken, und dann mußt du das mehr oder minder bloß loslassen. Du läßt alles das los, was bewirkt, daß es noch so ist bei dir, wie es ist. Der Patient ging also zu diesem Heiler hin, der frühere Blockaden in seinem Körper aufspüren konnte. Also einmal stellte er bei dem Patienten fest: "Ja, du wurdest vom Samurai hier durchschnitten, deswegen hast du immer eine Mandelentzündung, also laß' das mal los. Und dann gab es noch irgendwelche anderen Sachen, die er loslassen sollte, was ihm aber nicht so imponierte, weil er dachte, "das kann ja jeder haben."

Aber dann. Dann ging Doc Lindwall zu der Stelle am Rücken und sagte: "That's a difficult point...I see your head on a plate." Und dann fragt er ihn, ob er denn nun wissen möchte, wessen Kopf er sieht. Dann sagt der Patient: "Ja, sagen Sie mal." Dann sagt der: "Johannes, der Täufer."

Mein Patient war davon nicht so arg imponiert, weil er sich schon viel mit Reinkarnationsgeschichten beschäftigt hatte und man kennt es ja irgendwie, man ist der 37. Kleopatra begegnet, Hachepsut kenn' ich bestimmt 4, Julius Caesar 3 - 5, Napoleon kriegst du an jeder Ecke,... ich meine, seitdem wir Psychosynthese kennen, ist das ja alles erklärbar. Die eigentlichen Persönlichkeiten spliten sich ja reinkarnatorisch, also kein Problem mit eurer Kleopatra, das soll alles nicht angerührt werden. Es treffen sich schon Gruppen "Ich/Wir waren Kleopatra". Gibt es auch schon! Alles völlig systemisch. Alle Napoleons treffen sich zu Kaisers Geburtstag hier! Und dann werden wir uns darum streiten, wer sein Ohr war, wer seine Nase war.

Jedenfalls kam der Patient zu mir und sagte: "Herr Krüger, entschuldigen Sie, aber Sie hatten gesagt, ich soll da ruhig hingehen und jetzt sagt der mir doch, ich hätte meine Halsschmerzen davon, daß ich Johannes der Täufer war,..ist mir ein bißchen peinlich." Ich sag': "Wissen Sie, das muß Ihnen nicht peinlich sein, ich war auch schon viel. Wir werden mal gucken."

Was sich als treuer Schüler immer mache, wenn ich nicht weiter weiß, (und mit Johannes, der Täufer war ich erstmal überfordert): Ich bin zum Jürgen gegangen und hab' erzählt, daß ich einen Patienten habe, der Johannes, der Täufer war, HWS-Syndrom durch Enthauptung. Da sagt Jürgen: "Überhapt kein Problem, Homöopathie ist immer einfach. Was ist Enthauptung? Was passiert bei der Enthauptung rein pathologisch? Nervendurchtrennung! Hypericum." Da sag' ich: "Wie hoch?" Sagt er: "Wieviele Jahre waren es denn?"

Eigentlich ist diese Sache die Lösung des "Potenzproblems". So viele Potenzschritte wie Jahre. Wieviele Jahre waren es? ca. 2000. Dann habe ich erst C1000 gegeben, dann C2000. Und was ich bis heute noch immer nicht glauben kann: Nach kurzer Erstverschlimmerung verschwanden die Beschwerden des Patienten spontan. Der Patient, der keine Ahnung von Homöopathie hatte, träumt:

Er sei in einem Land, das fast ausschließlich aus Wüste besteht. Er sah Mönchen bei ihrer Arbeit zu. (Man nimmt an, daß Johannes, der Täufer Mitglied der Gemeinschaft der Essener war).

Immernoch skeptisch und unglücklich ging ich zur Johanni-Feier meiner Tochter, die eine Waldorf-Schule besucht. Hier wurde ein Schauspiel aufgeführt, wo es darum ging, daß ein Kind für seine schwerkranke Mutter Johanniskraut suchen mußte in der Johanni-Nacht, damit die Mutter heilen zu können. Ich wußte, daß Hypericum auf deutsch den Namen Johanniskraut trägt. Ich fragte den neben mir sitzenden Waldorf-Vater, um welchen Johannes es beim Johanni-Fest gehen würde. Er antwortete mir, um Johannes, den Täufer. Wie auch immer, der Nacken meines Patienten ist heil und Johannes, der Täufer mit Johanniskraut geheilt. Das war wirklich ein systemischer Akt. Den Mut und die Assoziationskraft meines Lehrers zu reiner phänomenologischer Betrachtung bewundernd, möchte ich heute ihm diesen Vortrag widmen und damit meine Vorlesung abschließen.

Nach der Tonbandaufzeichnung erstellt. Abschrift Sonja Andjelkovic,

Überarbeitung Marion Rausch und Arne Krüger.