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Sabina

aus: Madaus, Biologische Heilmittel
Andere Namen:
Sadebaum, Seviebaum, Stinkwacholder, Sabine (franz.), Sevenbom (norw.), Verboddän Buhm=verbotener Baum (Siebenbürgen), Jungfernpalme (siehe: lat. juniper), Segenbaum (Bayern, Österreich...), Glückskraut (Steiermark),
- Einführung, Charakteristik, Stoffliches
Sabina ist sehr eng verwandt mit Thuja. Es enthält 3-5% toxisches, ätherisches Öl. Dieses besteht zu 50% aus Sabinol. Sabinol wiederum hat eine ähnliche Struktur wie Thujol. Verwendet wird eine Öl-Tinktur aus den frischen Astspitzen. Der Baum, zur Gruppe der Zypressen zählend, kommt ursprünglich insbesondere in Südeuropa und in Mittel-Osteuropa vor. Er liebt kalkhaltigen, sonst eher mineralarmen, steinigen Boden und braucht viel Licht. Erst ab dem 9. Jahrhundert n. Chr. wurde der Baum nördlich der Alpen kultiviert und findet u.a. auch bei Hildegard von Bingen Erwähnung. Bei den Römern war "Juniperus Sabina" schon als Abortivum bekannt. Auf Grund seiner toxischen Eigenschaft führte sein Gebrauch allerdings nach tiefer Bewußtlosigkeit häufig zum Tode der Behandelten. Madaus beschreibt die Pflanze als unangenehm riechend.
Es ist sowohl eine äußerliche als auch innerliche Anwendung möglich, wobei bei innerlicher Anwendung eher die homöopathische Darreichungsform verwendet wird.
Hufeland z.B. wendete die Pflanze als Diurethikum, Antiskrofulosum, gegen Kondylome und gegen Gicht an.
Symptome
- Gemüt
Musik unerträglich, macht nervös.
schlecht gelaunt, hypochondrisch, verdrießlich, kaum zu erheitern, will nicht reden, Ängstlichkeit, Ängstlichkeit in Erwartung eines schlimmen Ereignisses, Überreiztheit des Nervensystems, Vergesslichkeit (weiß abends nicht was er/sie am Tage gemacht hat)
- Kopf
anhaltender Schwindel mit Nebel vor den Augen,
Kopfschmerzen: kommen plötzlich und verschwinden langsam wieder bzw. kehren dann allmählich wieder,
drückende Kopfschmerzen, bohrende Kopfschmerzen,
Benommenheit im Kopf, Schweregefühl,
Kopfschmerz in den Schlafengegenden,
Migräneanfälle,
Gefühl der Zusammenschnürung über den Schläfen
- Augen
Matte, glanzlose Augen, feines Zucken im oberen Augenlid,
- Ohren
Schwerhörigkeit, Stiche hinter den Ohren auch in der Ruhe,
bes. Symptom: wird bei nebligem Wetter taub, oder auch bei Wetterwechsel
- Nase
Stockschnupfen
- Gesicht
blasses Gesicht, blaueRänder um die Augen, schwarze Poren auf den Wangen und um die Nase, Schmerzen imJochbein (drückender, schlechter bei Berührung)
- Zähne
Ziehende Schmerzen in den Zähnen, Geschwüre im Zahnfleisch um hohle Zähne herum, Zahnschmerzen schlechter bei Berührung,
- Mund
Trockener Mund, trockener Hals, vermehrte Speichelproduktion, Speichel de rbeim Sprechen zu Schaum wird, Stechen in der Zungenspitze, Zunge ist weiß-bräunlich belegt,
- Innerer Hals
Trockener Hals, Hals wie wund beim Schlucken,
- Äußerer Hals
- Magen, (Verlangen, Abneigung)
Speisen schmecken bitter, Verlangen auf saueres, Durst auf Milch, saueres Aufstoßen, Übelkeit mit Husten, Galleerbrechen, Sodbrennen,
- Abdomen
Schmerz als würden sich die Därme zusammenziehen, Entzündungen im Abdomen, Bauchdecke sehr angespannt (Abwehrspannung),
Wehenartige Schmerzen im Abdomen mit dem Gefühl erbrechen zu müssen (ohne Übelkeit),
- Anus, Stuhl
schmerzloser Durchfall, Durchfall mit Abgang vieler Blähungen, häufiger Stuhl, Stuhlgang erst weich dann hart, Kribbeln am After, blutende (hellrot, reichlich) Hämorrhoiden,
- Harnorgane, männl./weibl. Geschlechtsorgane
Uterusblutungen, hellrote meist klumpige Blutung mit Zerschlagenheitsgefühl im Kreuz, Blasenschwäche,
Regel heftig und zu früh, schlimmer bei jeder Bewegung,
Erregung des Geschlechtstriebes, erhöhte Geilheit bis zur Nymphomanie,
Milchiger, juckender Fluor,
Haufiger Harndrang, auch nachts, reichlicher Harnabgang (O-Ton, Pat.: "Ich pinkele mehr als ich getrunken habe.")
aber auch !: Harnverhaltung (mit Brennen), tröpfelnder Harn
Entzündung der Vorhaut, der Eichel und des Gliedes,
Harnröhrenentzündung,
Enuresis
Paräsie der Blasenmuskulatur
Feigwarzen an äußeren und inneren Genitalien mit Jucken
Leitsymptom: Schmerz vom Sakrum zur Schamgegend
drohender Abort,
- Atmungsorgane
Kitzeln im Kehlkopf zum Husten reizend, schleimiger Auswurf, Blutspucken, trockense Hüsteln und Kitzeln in der Luftröhre (am nächsten Tag blutiger Auswurf),
- Brust, Herz
drücken in der Brust, äußerliche Stiche auf der Brust, scharfe Stiche unter dem Brustbein (schlechter bei Einatmen), Brustbeschwerden schlechter beim Einatmen,
- Rücken
- Extremitäten
Typische, rheumatische Schmerzen in den Gelenken. Schmerzen auf den Fußsohlen. In den großen Zehen. Schmerzen oft besser bei Bewegung im Freien (rhus-t).
- Allgemeines, Modalitäten
Häufig angezeigt im 3. Schwangerschaftsmonat,
Rheumatismus besser durch kalte Anwendungen (led)
Verschlechterung:
geringste Bewegung (aber! Gehen kann bessern), durch Musik (DD ambr, sep, thuj), nachts im Bett, durch tiefes Luftholen, in der Bettwärme, abends, nachts, morgens, in warmer Luft,
Besserung:
durch Ausatmen, im Freien, Wärme (die Schmerzen bei Dysmenorrhoe; sonst s.o.), Gehen, kühle Luft,
Antidote:
puls
Ergänzungsmittel:
thuj
- Haut
Feigwarzen mit unerträglichem Jucken u. Brennen (thuj, ac-nitr), starke Granulationsbildung, Warzen, schwarze Poren in der Haut.
- Schlaf
Nach Mitternacht schlaflos und ruhelos,
Klinisches
Abort, Nachwirkungen von Abort, Abortus imminens (d.i. drohender) (DD bell, arn, cham, acon, op, croc, gels, sec, trill), Abortus habitualis
(d.i. wenn bei einer Frau mindestens 3 Schwangerschaften mit Abort endeten) (DD kali-carb, klai-jod, sep), Dysmenorrhoe, Fehlgeburt, Fluor, Gicht, Gonorrhoe, Kondylome, Nephritis, Nierensteine, Uterusblutung, Zystitis, Phimose, retinierte Plazenta, Nymphomanie, Hyperämie der Beckenorgane, Blasenkatarrh (DD canth), Menorrhagie,
Quellen: Mezger, Gesichtete homöopathische Arzneimittellehre, 8. Aufl., Haug Verlag, 1988
Clarke, Der neue Clarke
Gerhard Madaus, Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Band 10,Mediamed Verlag, Ravensburg, 1990; Nachdruck der Ausgabe von 1938
Boericke, Homöopathische Mittel und ihre Wirkungen, Verlag Grundlagen und Praxis, 9. Ausgabe
© MFGA, Februar 1998
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